Kommt der Super-KI-Freud?

Wie weit dürfen Maschinen mit KI gehen?

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Mit Körpersignalen zur super-emotionalen Intelligenz?

Dass die Ohrmuskeln eines Menschen spontan und unbewusst seine Gefühle offenbaren, leitet für Strauss direkt zur KI-Debatte über: „Diese dreht sich bisher ausschließlich um das Thema ‚Superintelligenz‘ – also um die Frage, wie viel klüger als wir wird die Maschine?“ Dagegen ließe sich jetzt ein neuer Begriff setzen: „Super-emotionale Intelligenz“. Das wäre eine Maschine, die Gefühle besser zu deuten imstande wäre als jeder Mensch – auch anhand von Körpersignalen, die wir beim anderen gar nicht wahrnehmen. Ausdrücklich nicht gemeint ist eine Maschine, die wirklich fühlt, macht der Wissenschaftler dabei auch gleich klar. Super-emotionale Intelligenz meine vielmehr ein System, das Gefühle eines Menschen besser erkennen, verstehen und besser darauf eingehen könne als dafür geschulte Personen.

Super-emotionale Systeme müssen für Menschen sein

Seine Doktorandin Sophie Bonnaire hat den Begriff „Super-Emotional Intelligence“ (SEI) in ihrem Perspektivartikel in „Frontiers in Artificial Intelligence“ erstmals definiert. Dort beschreibt sie, was eine „super-emotionale Intelligenz“ können müsste. Sie erklärt auch, warum heutige KI davon weit entfernt ist und wie man mithilfe klarer Regeln ein System bauen könnte, das für Menschen arbeitet und nicht gegen sie. Im Gegensatz zu heute existierenden „empathischen“ Chatbots, die zwar einfühlsam wirkten, ohne den Zustand ihres Gegenübers aber wirklich zu verfolgen, müsse sich eine super-emotionale Intelligenz selbst regulieren können. Sie wählt etwa eine angemessene Antwort, die den Menschen, der ihr gegenübersitzt, am ehesten dorthin bringt, wo er hinwill! Und sie sollte aus der Wirkung ihrer eigenen Antworten lernen können.

Regeln gegen Missbrauch sind auch hier nötig

Doch Vorsicht sei angebracht, wie die Saarländer Forscher warnen. Denn mit einem anderen Ziel könne dieselbe Technik zur „hypermanipulativen Maschine“ werden! Diese kann dann Zustände lesen, die wir an uns selbst gar nicht bemerken. Es bestehe die Gefahr dass man uns zu Zielen lenke, die wir nie gewählt hätten. Der „EU AI Act“, der bekanntlich Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Schulen verbietet, macht diese ethische Frage noch aktueller. Die Forschungsgruppe argumentiert deshalb etwa, dass der Mensch das Ziel setzen und festlegen sollte, was eine solche Maschine darf! Es geht dabei, wie es weiter heißt, um Fürsorge statt um Kontrolle.

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