Physical AI
Die unsichtbare Architektur hinter dem Roboter-Boom

Ein Gastbeitrag von Till Möller, KI-Experte im Bereich Manufacturing Industries und Consultant des Competence Center IoT, adesso SE 5 min Lesedauer

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Humanoide Roboter sortieren Pakete genauso schnell wie Menschen. Doch der eigentliche Umbruch passiert unsichtbar – in virtuellen Welten, in denen Maschinen lernen, bevor sie einen Handgriff ausführen.

Die KI hinter humanoiden Roboter wird im Metaverse trainiert.(Bild:  KI-generiert)
Die KI hinter humanoiden Roboter wird im Metaverse trainiert.
(Bild: KI-generiert)

Humanoide Roboter sind seit Ende 2025 aus dem Forschungsumfeld rasant in produktive Anwendungen vorgerückt. Laut Statista wurden 2025 rund 2,65 Mrd. US-Dollar in Start-ups für humanoide Roboter investiert. Dazu kommen Vorführungen fortgeschrittener Systeme auf der CES 2026 und der Hannover Messe. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen die sichtbaren Komponenten: Maschinen, die Pakete sortieren, Autoteile montieren oder neben Menschen arbeiten. Oft übersehen wird die zugrunde liegende Technologieschicht, die aus Physical AI und dem Industrial Metaverse besteht.

Sichtbare Reife der Hardware

Im Mai 2026 streamte das US-Unternehmen Figure AI über 200 Stunden hinweg drei Roboter vom Typ Figure 03, die autonom rund 250.000 Pakete an einer Fabriklinie sortierten. Angetrieben durch ein neuronales Netz namens Helix-02 erkannten die Roboter Barcodes, richteten Pakete aus und wechselten sich gegenseitig zum Aufladen ab, ohne menschliches Eingreifen. In einem zehnstündigen Direktvergleich sortierte das System 12.755 Pakete, ein Mensch im selben Zeitraum nur marginal mehr, 12.926. Figure AI steigerte zudem die eigene Fertigung in unter 120 Tagen von einer Einheit pro Tag auf eine Einheit pro Stunde.