Schatz im Schrott Elektroschrott ist im wahrsten Sinne Gold wert

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

In alten Haushaltsgeräten und ausgedienter Unterhaltungselektronik in der EU ist ein Schatz verborgen, weil er ungenutzte Rohstoffe birgt, die einen Wert von zig Milliarden Euro bedeuten ...

Kaputte Elektro- und Elektronikgeräte landen oft in der Schublade oder werden verbrannt. Dabei zeigt eine aktuelle Studie, dass Europa damit ein große Chance vertut, um sich bei kritischen Rohstoffen von Asien unabhängiger machen zu können ...(Bild:  KI-generiert)
Kaputte Elektro- und Elektronikgeräte landen oft in der Schublade oder werden verbrannt. Dabei zeigt eine aktuelle Studie, dass Europa damit ein große Chance vertut, um sich bei kritischen Rohstoffen von Asien unabhängiger machen zu können ...
(Bild: KI-generiert)

Dass der Elektroschrott, der in Europa sein Dasein fristet, Rohstoffe mit einem Wert von geschätzt 65 Milliarden Euro enthält, hat eine gemeinsame Untersuchung der Boston Consulting Group (BCG) und der Initiative „Cradle to Cradle Electronics“ ans Tageslicht gebracht. Das Ergebnis wurde anlässlich der Technikmesse IFA in Berlin vorgestellt. Die Autoren warnen deshalb vor drastischen Risiken für die europäische Industrie durch geopolitische Abhängigkeiten und mahnen dazu, ein grundlegend neues Produktdesign nach dem Kreislaufprinzip anzustreben. Dem Bericht zufolge landen jährlich rund 1,6 Millionen Tonnen kritischer und strategischer Rohstoffe (Kupfer, Aluminium, Lithium, Kobalt oder seltene Erden) in neu auf den EU-Markt gebrachten Geräten. Viele dieser Materialien stammten fast vollständig aus Drittstaaten – bekanntlich vor allen aus China, das etwa bei seltenen Erden nahezu eine globale Monopolstellung halte. Und für die Neuproduktion der Geräte braucht es viel Geld. Exportbeschränkungen, Halbleiterkrisen und der weltweite Boom von Rechenzentren treiben die Beschaffungspreise auch noch stark in die Höhe.

Neugeräte sollte sozusagen zu Materialbanken werden

Zwar fallen in Europa jährlich über 13 Millionen Tonnen Elektroschrott an, doch die offizielle Sammelquote liegt bei lediglich rund 43 Prozent, was zu wenig ist, so die Experten. Allein in europäischen Schubladen verstaubten demnach schätzungsweise 700 Millionen ungenutzte Smartphones, die rund 50.000 Tonnen strategische Rohstoffe enthielten. Aber auch bei der Behandlung des Elektroschrotts werden Fehler gemacht, weil Altgeräte oft geschreddert, verbrannt oder illegal exportiert werden. So gingen die wertvollen Metalle und Komponenten verloren. Als Ausweg schlägt die Studie das „Cradle to Cradle“-Konzept („C2C“) vor. Dabei müssen die Geräte in Zukunft von vornherein quasi als Materialbanken konzipiert werden. Das heißt, ohne giftige Stoffe, leicht demontierbar und modular aufgebaut sein. Dadurch ließen sich etwa Motoren oder Elektronikmodule gezielt reparieren, aufbereiten und wiederverwenden. Bei Haushaltsgroßgeräten wie Waschmaschinen, die noch mehrheitlich in Europa gefertigt werden, könnten optimierte Kreisläufe bis zu 50 Prozent des Materialbedarfs für die Neugeräte einsparen, so die Macher der Untersuchung.

(ID:50946333)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung