Das Autonomous Underwater Vehicle (AUV) "Aegir" hat seinen ersten Tauchgang – ohne Steuerung von außen – erfolgreich in einem Schwimmbad absolviert. Das U-Boot kann bis in eine Tiefe von 200 m tauchen und einen zuvor festgelegten Kurs abfahren.
Das autonome U-Boot AUV Aegir absolvierte in einer Schwimmhalle seinen ersten Tauchgang ohne Steuerung von außen.
(Bild: Geomar/Lukas Wernicke)
Die Forscher des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel (Gemar) haben ihr selbst entwickeltes autonomes Unterwasserfahrzeug AUV Aegir erstmals in einem Schwimmbad auf Tauchstation geschickt. In der Versuchsphase wurde die autonome Manövrierfähigkeit des AUV Aegir erfolgreich getestet. Schon bald soll sich das autonome U-Boot in Wassertiefen bis maximal 200 m frei durchs Meerwasser bewegen. Der Haupt-Sensor ist eine auf den Meeresboden gerichtete Kamera und ein Blitzlicht, bestehend aus zwei LEDs. Diese sogenannte Machine-Vision-Kamera ist mit dem entsprechenden Objektiv fest in einem Druckkörper installiert. Die Kamera hat einen eigenen Rechner und eine Verbindung zum Haupt-Computer des Fahrzeugs. Des Weiteren gibt es einen akustischen Doppler-Geschwindigkeits-Messer, einen kombinierten Druck- und Schallgeschwindigkeits-Sensor sowie insgesamt vier Antriebe bzw. Propeller.
Bildergalerie
Aegir ist ungeachtet der Bedeutung des Namens, der "Riese der See", mit einer Länge von rund eineinhalb Metern und einer Höhe von 50 cm so ausgelegt, dass das Gefährt ohne großen logistischen Aufwand zu allen Einsatzgebieten gebracht werden kann, etwa nach Umweltkatastrophen. Es wurde so konzipiert, dass es den rauen Bedingungen in Ost- und vor allem Nordsee widersteht. Angetrieben wird es von vier Propellern, die elektrisch angetrieben werden. Das hilft, wichtige Ziele zu erreichen. Das AUV kann auch bei geringen Geschwindigkeiten stabil tauchen und navigieren. „Wir wollten bei dem kontrollierten Tauchgang in erster Linie die Steuerung testen beziehungsweise die richtigen Werte für die Geschwindigkeitsregelung finden. Diese Werte müssen speziell auf das Fahrzeug und auf dessen Fahrverhalten abgestimmt sein“, erklärt Software-Ingenieur Nikolaj Diller vom Geomar.
Das AUV Aegir wurde bis auf die Sensorik im Technik- und Logistikzentrum des Geomar konzipiert, konstruiert, gefertigt und montiert. Mehr als 10 Mitarbeiter und Studenten waren zeitweise an diesem Projekt beteiligt. Die Software-Architektur des Fahrzeugs kommt von der Firma IQUA-Robotics (Girona, Spanien), die auch die im Rahmen des Projektes MOSES (HGF Erde und Umwelt Investitionsprogramm) beschafften Unterwasser-Fahrzeuge vom Typ Girona 500 liefert. Damit ist das Testen und Einsetzen vom AUV Aegir ein vorbereitender Schritt für dieses Projekt bzw. dieser Unterwasserfahrzeuge.
Steuerung von außen: Autonomes Tauchen will gelernt sein
Seit Ende 2015 arbeitet die AUV-Gruppe des Geomar zusammen weiteren Technikerinnen und Technikern des Technik- und Logistikzentrums am AUV Aegir, dessen mechanische Fertigung Ende Sommer 2017 abgeschlossen wurde. Erste Tauchgänge absolvierte das Gerät bereits im Herbst 2017. „Dabei war es aber immer noch durch ein Kabel mit der Steuerung verbunden. Geplant war jedoch, dass Aegir ohne Fernsteuerung unter Wasser agieren kann“, erklärt Marcel Rothenbeck, Leiter der Geomar-AUV-Gruppe.Die jetzt getestete Fahrzeugregelung ist ein Bestandteil der Kontroll-Software des AUVs. „Für uns ist dies eine gute Vorbereitung, da wir im Rahmen des Umweltmonitoring-Projekts MOSES zwei AUVs vom Typ GIRONA500 einsetzen werden und die Software jetzt schon an unserem eigenen AUV ausprobieren können “, sagt Rothenbeck.
Tauchgang ohne Nabelschnur
Für den Test im Uni-Schwimmbecken definierte das AUV-Team ein kleines Viereck innerhalb des Beckens anhand von Wegpunkten, die vom AUV abgefahren werden sollten. Das Fahrzeug tauchte ab, erreichte die vorgegebene Tiefe und fuhr die Wegpunkte ab. Am Ende des Tauchgangs, tauchte das Fahrzeug auf und stoppte die Antriebe. „Von außen sah das ganz unspektakulär aus. Für uns war das aber ein schöner Moment, immerhin war das Aegirs erster autonomer Tauchgang ohne ,Nabelschnur‘“, so Rothenbeck.
Natürlich müssen noch weitere Tests durchgeführt werden, bis das neue Gerät ins Meer entlassen wird. „Aber wir sind auf dem richtigen Weg. Was wir nun brauchen ist eine verlässliche und reproduzierbare Positionierung“, so Rothenbeck.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Der Beitrag stammt von unserem Partnerportal elektrotechnik.