BASF-Erkenntnisse

Technische Kunststoffe erfordern einen Verfahrensmix beim Recycling

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Vier Recyclingmethoden für technische Kunststoffe

Im Gegensatz dazu eignet sich das lösemittelbasierte Recycling auch für komplex zusammengesetzte Kunststoffabfälle. Dabei wird eine spezielle Kunststoffsorte mit einem passenden Lösungsmittel selektiv aufgelöst, getrennt und gereinigt. So lassen sich etwa Polyamide aus Fahrzeugschrott zurückgewinnen und wieder zu Bauteilen verarbeiten, wie die Forscher anmerken. Eine weitere wichtige Recyclingtechnologie ist die auch Depolymerisation. Bei ihr werden die Kunststoffe in ihre Grundbausteine zerlegt und wieder neu zusammengebaut. Mit Loopamid etwa haben die Experten von BASF ein innovatives Verfahren entwickelt, das das zirkuläre Textil-zu-Textil-Recycling von Polyamid 6 (PA6) ermöglicht. Aus Textilabfällen können dadurch wieder Polyamidfasern hergestellt werden, die genauso hochwertig sind wie herkömmliches Polyamid 6, wie man betont. Anfang 2025 hat BASF am Standort Caojing in Shanghai auch schon die erste kommerzielle Loopamid-­Produktionsanlage in Betrieb genommen. Und Polymere aus stark gemischten Abfällen, die bisher fast nur in der Müllverbrennung landen, könnten durch thermochemische Verfahren wie per Pyrolyse und durch die Gasifizierung zurückgewonnen werden. Diese Methoden benötigen aber viel Energie. Bei der Pyrolyse zerfallen die langkettigen Polymere der Kunststoffe in kurze Kohlenwasserstoffketten, die als Pyrolyseöl wieder als Rohstoff eingesetzt werden können. Bei der Gasifizierung entsteht Synthesegas, das dann als chemischer Ausgangsstoff in der Produktion dient.

Einmal mehr braucht es sichere Rahmenbedingungen

Zahlreiche Pilotprojekte von BASF zeigten, dass viele Recyclingverfahren für Polyurethane und Polyamide technisch zwar gut funktionierten und aus Kunststoffabfällen Rohstoffe in Neuwarequalität zurückgewonnen werden könnten, doch es fehlten noch zwei entscheidende Bausteine, damit das Ganze auch im industriellen Maßstab wirtschaftlich gemacht werden könne. Nicht zuletzt sind kostspielige Investitionen dafür nötig, so BASF. Zum einen benötigt man ein passendes Abfallmanagement, damit die Kunststoffe überhaupt dauerhaft im Kreislauf geführt werden können. Zum anderen muss die Politik klare und verlässliche Rahmenbedingungen für das Recycling festlegen. Was man nicht vergessen darf: Recycling ist ein wichtiger Baustein der Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Das gilt auch für Kunststoffe. Es hält Materialien im Kreislauf, verringert die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen und schont Ressourcen. Klare und verlässliche politische Rahmenbedingungen würden Deutschland und Europa als Innovationsstandorte stärken und den technologischen Fortschritt sowie ein nachhaltiges Wachstum in der Chemie- und Fertigungsindustrie unterstützen. BASF forscht deshalb entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um Recyclingverfahren und Materialkreisläufe für technische Polymere gezielt weiterzuentwickeln.

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