Alles Betrug? Anthropic glaubt an Schummelei chinesischer Konkurrenz

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Die KI-Firma Anthropic wirft chinesischen Rivalen vor, Anfragen von Nutzern heimlich zu ihr umgeleitet zu haben, statt sie mit der eigenen Software zu beantworten. Da könnte eine Bombe platzen ...

Wenn das stimmt, was Anthropics seinen chinesischen KI-Konkurrenten vorwirft, dann dürfte die Branche ganz schön durchgewirbelt werden! Es geht um nicht weniger als in Wirklichkeit über Umwege von US-KI-Systemen trainierte chinesische KIs, wie Kimi und Deepseek.(Bild:  KI-generiert)
Wenn das stimmt, was Anthropics seinen chinesischen KI-Konkurrenten vorwirft, dann dürfte die Branche ganz schön durchgewirbelt werden! Es geht um nicht weniger als in Wirklichkeit über Umwege von US-KI-Systemen trainierte chinesische KIs, wie Kimi und Deepseek.
(Bild: KI-generiert)

Durch die Umleitung der Anfragen, so Anthropic, sind zum Teil auch Daten staatlicher Stellen aus China und Russland in Systemen der US-Firma gelandet. Anthropic schrieb dazu auch schon einen ausführlichen Bericht zu Versuchen unerlaubter Nutzung. Ein Beispiel: So habe jemand Aufnahmen von Überwachungskameras (unter anderem aus der Umgebung von Standorten der chinesischen Armee) hochgeladen. Und das mit dem Ziel, das Verhalten einer bestimmten Person in den Videos zu analysieren. Der Nutzer ging dabei davon aus, dass die Anfrage von der chinesischen KI-Software Kimi der Firma Moonshot ausgeführt wird. Kimi hat das Ganze aber umgeleitet und dann von Anthropics Claude erledigen lassen, wie es in dem Bericht hieß.

Missbrauch von Hunderttausenden von Anfragen

Allein in einem Zeitraum von zehn Tagen hat Kimi demnach fast 300.000 Kundenanfragen von Claude beantworten lassen, schrieb Anthropic. Dafür sei ein Netzwerk aus 5.380 Fake-Accounts genutzt worden. Auch die noch bekanntere chinesische KI Deepseek fiel laut Anthropic mit solchen Tricks auf. Das habe unter anderem dazu geführt, dass zur US-Firma Anfragen mit Daten einer Behörde aus dem Umfeld des russischen Verteidigungsministeriums umgeleitet wurden. Darin enthalten gewesen seien auch gültige Einwahldaten für eine Datenbank der russischen Regierung. Die Vorwürfe könnten nun einen Schatten auf das Ansehen der chinesischen KI-Branche werfen.

Trainierte eigentlich US-KI Kimi & Co.?

Seit Anfang vergangenen Jahres hatte die günstigen KI-Modelle erst von Deepseek und dann Moonshot wiederholt für Beben an der Börse gesorgt. Und Anleger zweifelten zeitweise an den Geschäftsaussichten amerikanischer KI-Labore wie Anthropic und des „ChatGPT“-Entwicklers „OpenAI“, weil der Eindruck entstand, dass leistungsstarke künstliche Intelligenz mit deutlich weniger Aufwand trainiert werden könne. Die US-Seite wirft den chinesischen Entwicklern nun vor, in großem Stil amerikanische Software benutzt zu haben, um ihre KI anzulernen. Für diese in der Branche unter dem Namen Destillation bekannte Technik hat wohl allein Kimi von Mai bis Juli 23 Millionen Mal auf Anthropic-KI zugegriffen, hieß es in dem Bericht.

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