Virtual Safety
Virtualisierung der Steuerungstechnik bis zur Safety-SPS

Von Roland Wagner, Produktmarketing, Codesys GmbH 6 min Lesedauer

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Die Software bestimmt die Funktion – im Auto oder Handy genauso wie in der Industrie. Daher bestimmt Software auch zunehmend, was Industriesteuerungen können. Eine Entwicklung, die zur virtuellen SPS führt. Wie sehen solche virtuellen Steuerungen in der Praxis aus, und wie lassen sie sich verwenden?

Die Sicherheitsapplikation wird mit transformiertem Code in zwei getrennten Softwarekanälen abgearbeitet.(Bild:  Codesys)
Die Sicherheitsapplikation wird mit transformiertem Code in zwei getrennten Softwarekanälen abgearbeitet.
(Bild: Codesys)

Virtuelle Rechner und Laufwerke nutzen wir heute alle als Abbilder physikalischer Geräte. Dafür müssen die Geräte gar nicht tatsächlich vorhanden sein – sie werden per Software auf leistungsfähigen IT-Architekturen irgendwo im Rechenzentrum erzeugt. Virtualisierungen erhöhen die Datensicherheit von Systemen durch sinnvolle Grenzen des Zugriffs und ermöglichen voneinander unabhängige Konfigurationen für unterschiedliche Anwendungen.

Bei nahezu allen gängigen Industriesteuerungen bestimmt zwar die Software deren Funktion, verkauft wird aber die Hardware. Für virtuelle Steuerungen (vPLCs) benötigt man natürlich ebenfalls physische Geräte zur Ausführung, aber deren Hardware-Unterbau ist abstrahiert. Der SPS-Runtime, die das Steuerungsprojekt abarbeitet, ist die konkrete Hardware jetzt gleichgültig. Und damit eignen sich unterschiedliche Systeme zur Ausführung von vPLCs: einerseits dedizierte Industriegeräte - meist multifunktionale Plattformen oder Industrie-PCs mit Linux als Betriebssystem, andererseits ebenso Edge-Computing-Plattformen oder sogar Serversysteme (HCI).