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Raspberry Pi A bis Zero: alle 14 Modelle im Überblick

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Ende einer Ära: RPi 3B+ mit Gb-LAN, WLAN-ac und PoE

Raspberry Pi 3B+ ist das derzeit neueste Modell (März 2018). Erstmals bietet Raspberry Pi jetzt Gigabit-Ethernet, Power over Ethernet (PoE) und Highspeed-WLAN 802.11ac – und das nicht nur mit 2,4 sondern auch 5 GHz gemäß FCC (Federal Communications Commission). Allerdings erfolgt der Datentransfer nur über eine onboard-PCB-Antenne, was die Übertragungrate doch erheblich einschränkt. Raspberry Pi 3B+ soll rd. 15% mehr Performance bieten als das bisherige Topmodell, der Raspberry Pi 3B aus dem Jahr 2016.

Für die Leistungssteigerung sorgt die optimierte Variante BCM2837B0 des 64-Bit-Broadcom-SoCs BCM2837. Raspberry Pi 3B+ meistert nun Taktraten bis 4 x 1,4 GHz, während Vorgänger Raspberry Pi 3 lediglich 4 x 1,2 GHz schaffte. Keine Verbesserung gab es bei Speicher und USB: es sind die wie bei den Vorgängern 1 GB LPDDR2 SDRAM sowie 4 x USB 2.0. Optimiert sind beim Raspberry Pi 3B+ die Takt- und Spannungsregelungen dank neuem Power Management IC MaxLinear MxL7704.

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Erstmals Gigabit Ethernet und Power over Ethernet

Beim Raspberry Pi 3B+ kommt der Chip LAN7515 von Microchip zum Einsatz. Raspberry Pi unterstützt nun erstmals Gigabit Ethernet mit zwei USB-Hubs. Flaschenhals für den Datentransfer ist noch immer der einzige USB-Port zur Multimedia-CPU VideoCore IV, über den die Daten dann zu den ARM-Kernen gelangen. Das heißt: Raspberry Pi 3B+ meistert nun zwar Gigabit Ethernet, allerdings über USB 2.0 und damit maximal mit 300 Mbps. Auch bei WLAN-ac schränkt die eine onboard-PCB-Antenne den Datentransfer merklich ein.

Raspberry Pi 3B+ ermöglicht als erstes Modell auch Power over Ethernet (PoE) über die vier Pins des Power-over-Ethernet-fähigen RJ45-Steckverbinders. Jedoch ist dieses nicht werksseitig integriert. Voraussetzung hierfür ist ein optionales PoE-HAT für Raspberry Pi 3B+ (voraussichtlich erhältlich etwa ab dem 3. Quartal 2018).

Raspberry Pi 3B+ adressiert nicht nur Maker, sondern auch die Serienfertigung: Erstmals gibt die Foundation eine Fertigungsgarantie bis 2023. FCC erleichtert zudem Compliance-Zertifizierungen, was Kosten und Markteinführungszeiten senkt.

Raspberry Pi, quo vadis?

Viele Anwender hoffen bei jedem neuen Modell darauf, dass die Raspberry Pi Foundation dieses mit mehr Arbeitsspeicher sowie einem schnellerem DDR3-RAM ausstattet, zudem mit ‘echtem’ Gigabit-Ethernet und idealerweise mit einem SATA-Port. Doch Raspberry Pi stößt in puncto Performance an seine Grenzen: Bremsklotz ist der Broadcom-SoC mit der Multimedia-CPU VideoCore IV: 1 GB LPDDR2 SDRAM und USB 2.0 sind die Obergrenze. Dies drosselt u.a. auch die Wireless-Transferraten erheblich.

Ein neuer SoC muss her. Gefährdet ist hierbei jedoch die Abwärtskompatibilität zu bestehenden Raspberry-Pi-Projekten, welche die Raspberry Pi Foundation ungern aufgibt – ganz zu schweigen von den höheren Kosten, die ein neu zu entwickelnder Raspberry Pi mit sich bringen würde.

Doch dieser Schritt ist unumgänglich, denn der Broadcom-SoC des Raspberry Pis mit VideoCore IV ist mit Raspberry 3B+ wirklich ausgereizt: Dies zeigen nicht nur die Speicher-, USB- und Datenraten-Limitierungen, sondern auch der Heatspreader, der beim Modell 3B+ erstmals in einem RPi erforderlich ist. Eben Upton, CEO von Raspberry Pi Trading, rechnet mit einer Lösung Ende 2018/Anfang 2019. Offen lässt Eben Upton, der inzwischen nicht mehr bei Broadcom beschäftigt ist, von welchem Hersteller der nächste SoC kommen wird. Nur eines weiß Upton: auch Raspberry Pi 4 soll nicht merklich teurer werden.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis erschienen.

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