Raus aus den Kinderschuhen! Der Quantencomputer wird zum Wirtschaftsfaktor

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Ein aktueller Bericht der Unternehmensberatung McKinsey & Company will zeigen, dass das Jahr 2026 einen massiven Einschnitt in der Entwicklung des Quantencomputings haben wird ...

Eine aktuelle Studie von McKinsey & Company kommt zu dem Schluss, dass der Quantencomputer und mit ihm das Quantencomputing längst kein Elfenbeinturm-Thema mehr ist. Deshalb sollte man jetzt zusehen, den Fuß in die Tür zu diesem Raum der Zukunft zu kriegen ...(Bild:  J. Hu)
Eine aktuelle Studie von McKinsey & Company kommt zu dem Schluss, dass der Quantencomputer und mit ihm das Quantencomputing längst kein Elfenbeinturm-Thema mehr ist. Deshalb sollte man jetzt zusehen, den Fuß in die Tür zu diesem Raum der Zukunft zu kriegen ...
(Bild: J. Hu)

Wer es noch nicht weiß: Ein Quantencomputer rechnet anders als ein üblicher Computer. Seine Funktion basiert auf ganz anderen Regeln. Denn statt mit Bits, die entweder 0 oder 1 annehmen, rechnet ein Quantencomputer mit Qubits, die auch Werte zwischen 0 und 1 annehmen können, oder beides gleichzeitig - das nennt man Superposition. Außerdem können Qubits miteinander verbunden sein, egal wie weit sie voneinander entfernt sind. Das nennt man Verschränkung. Das Ganze macht einen Quantencomputer besonders schnell, weshalb mit ihm auch die komplexesten Aufgaben im Bereich KI, Materialforschung oder Kryptographie relativ flott gelöst werden können. Die weltweiten Investitionen in Start-ups für Quantentechnik haben sich laut Bericht binnen Jahresfrist mehr als verzehnfacht! Sie erreichten 2025 demnach ein Rekordvolumen von 12,6 Milliarden Dollar. Gleichzeitig übersprangen die globalen Umsätze entsprechender Unternehmen erstmals das Level von einer Milliarde Dollar.

Staatliche Förderungen für Quantencomputer sind fast passé

Der sogenannte Quantum Technology Monitor 2026 von McKinsey & Company zeigt nun also, dass das Thema auch schon in den Vorstandsetagen der globalen Wirtschaft angekommen ist. „2026 ist das Jahr, in dem das Quantencomputing vom reinen Versprechen wirklich zur strategischen Managementfrage wird“, glaubt Henning Soller, Partner bei McKinsey. Es gehe demnach nicht mehr vorrangig um die technische Machbarkeit, sondern schon darum, welche Unternehmen jetzt die Fähigkeiten und Partnerschaften aufbauen werden, um sich echte Wettbewerbsvorteile durch den Einsatz von Quantencomputern zu sichern. Die Forscher beobachten dabei eine fundamentale Verschiebung bei der Herkunft der Finanzmittel. Denn war der Sektor lange Zeit von staatlichen Fördermitteln abhängig, haben nun private Investoren und die Kapitalmärkte das Ruder an sich gerissen, so die Analyse. Und während im Jahr 2024 noch rund ein Drittel der Investitionen aus öffentlichen Quellen stammte, schrumpfte dieser Anteil 2025 auf lediglich drei Prozent. Rund 44 Prozent davon kam 2025 über Kapitalmärkte – etwa durch Börsengänge.

Der Quantencomputing-Zug fährt für Europäer langsam ab!

Der Bericht verdeutlicht auch die geopolitische Dimension der Technologie, wie die Analysten anmerken. Denn während die USA bei der Start-up-Finanzierung, großen Transaktionen und der Ansiedlung von Marktführern dominieren (64 Prozent der Investitionen fließen in US-Start-ups), liegt Europa bei der tatsächlichen Adoption der Quantentechnik durch Unternehmen vorn. Asien, insbesondere China, hole derzeit eher unbemerkt massiv auf! China ist zum Beispiel weltweit führend bei den Publikationen von Forschungseinrichtungen sowie bei den Patentanmeldungen im Bereich des Quantencomputings. Das liege an starken staatlich gelenkten Bemühungen um geistiges Eigentum, wie man annehmen müsse. Für die europäische Wirtschaft lautet die Botschaft der Studie eindeutig: Das Zeitfenster, um sich in der Quantenökonomie eine führende Position zu erarbeiten, schließt sich schon. Wer also den Quantencomputer jetzt noch als ferne Zukunftsmusik ansieht, riskiert, den Anschluss an die nächste große industrielle Revolution zu verpassen.

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