Faszination Technik Unterwasserwohnungen aus dem 3D-Drucker

Quelle: Deep Manufacturing 2 min Lesedauer

In unserer Rubrik „Faszination Technik“ stellen wir Konstrukteuren jede Woche beeindruckende Projekte aus Forschung und Entwicklung vor. Heute: Unterwasserwohnungen aus dem 3D-Drucker.

Das Unterwasserhabitat Vanguard kann bis zu drei Personen in einem Raum von etwa 12 Metern Länge und 7,5 Metern Breite beherbergen und kann in einer Tiefe von bis zu 100 Metern positioniert werden.(Bild:  Deep Manufacturing)
Das Unterwasserhabitat Vanguard kann bis zu drei Personen in einem Raum von etwa 12 Metern Länge und 7,5 Metern Breite beherbergen und kann in einer Tiefe von bis zu 100 Metern positioniert werden.
(Bild: Deep Manufacturing)

Wohnhäuser aus dem 3D-Drucker sind schon Realität. Das britische Unternehmen Deep Manufacturing geht nun neue Wege: die Entwicklung von Unterwasserwohnungen. In einem Projekt will das Unternehmen bis Ende 2025 bzw. 2027 zwei Modelle von Unterwasserwohnungen aus dem 3D-Drucker vorstellen. Das Projekt, das ursprünglich 2023 vorgestellt und 2027 fertiggestellt werden sollte, sieht mit Vanguard ein erstes Unterwasserhabitat vor, das bis zu drei Personen in einem Raum von etwa 12 Metern Länge und 7,5 Metern Breite beherbergen kann und in einer Tiefe von bis zu 100 Metern positioniert werden kann. Das zweite Modell, Sentinel, ist eine geräumigere Unterkunft, die für die Unterbringung von sechs Personen während längerer Aufenthalte von bis zu 28 Tagen ausgelegt ist. Diese Behausungen sind in erster Linie für Forscher und Wissenschaftler gedacht und läuten eine neue Ära der Unterwasserforschung ein.

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WAAM-Technologie für Unterwasserhabitate

Die Sentinel- und Vanguard-Strukturen werden aus Modulen zusammengesetzt, die mithilfe der Wire Arc Additive Manufacturing (WAAM)-Technologie hergestellt werden. Die WAAM-Methode basiert auf einem Lichtbogenschweißverfahren, bei dem das Metall geschmolzen und dann nach und nach Schicht für Schicht aufgetragen wird, um durch die Anhäufung von Schweißnähten dreidimensionale Teile zu erzeugen. Deep sagte: „Mit WAAM können wir genau die Bereiche verstärken, die unter Wasser dem stärksten Druck ausgesetzt sind, indem wir nur dort Material hinzufügen, wo es nötig ist.“ Dieser Ansatz optimiert den Materialeinsatz, reduziert die eingesetzten Mengen, beschleunigt den Herstellungsprozess und reduziert die Abfallproduktion. Um dieses Projekt zu verwirklichen, werden sechs 3,5 m hohe Roboter beim Bau der Module eingesetzt.

Dabei geht es nicht nur um die Herstellung von Modulen, die dem hohen Druck unter Wasser standhalten können, sondern das Unternehmen will auch seinen Aktionsradius erweitern, indem es sein technologisches Fachwissen in den Dienst anderer anspruchsvoller Branchen wie Offshore, Luftfahrt oder Energie stellt. Jeder Roboter ist in der Lage, große Metallteile mit einem Durchmesser von bis zu drei Metern herzustellen. Deep behauptet sogar, dass er bis zu 6,1 Meter breite und 3,2 Meter hohe Teile herstellen kann.

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Deep setzt mit seinen Unterwassermodulen auf Flexibilität und Nachhaltigkeit: Nach modularen Standards entworfen, können diese Elemente auf vielfältige Weise kombiniert werden und bieten so eine hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Bedürfnisse und Umgebungen. Im Gegensatz zu individuell gestalteten Strukturen, die oft auf eine einmalige Nutzung beschränkt sind, ermöglicht dieser modulare Ansatz eine langfristige Wiederverwendung. Die Vanguard- und Sentinel-Habitate seien so konzipiert, dass sie mindestens zwei Jahrzehnte lang funktionieren.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal konstruktionspraxis.de.

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