Einzelhandels-Rechenzentrum Schwarz-Gruppe baut Rechenzentrum für Lidl und Kaufland

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

Die Schwarz-Gruppe will für ihre Handelsketten rund 5,6 Milliarden Euro investieren, um ein Rechenzentrum in Rostock zu errichten ...

So sieht das Innere eines Rechenzentrums vom Prinzip her aus. Wie jetzt zu lesen ist, will die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, ein solches Rechenzentrum in Dummerstorf bei Rostock für über 5,5 Milliarden Euro hinstellen. Der Ort sei günstig, aber das Ganze auch umstritten ...(Bild:  KI-generiert)
So sieht das Innere eines Rechenzentrums vom Prinzip her aus. Wie jetzt zu lesen ist, will die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, ein solches Rechenzentrum in Dummerstorf bei Rostock für über 5,5 Milliarden Euro hinstellen. Der Ort sei günstig, aber das Ganze auch umstritten ...
(Bild: KI-generiert)

Die Schwarz-Gruppe als Investor ist mit über 600.000 Mitarbeitern weltweit insbesondere für ihre Handelsketten bekannt, seit Jahren aber auch mit der Sparte Schwarz Digit als IT-Dienstleister unterwegs. Diese bietet Leistungen wie Cloud-Dienste und Cybersicherheit an. Geplant ist nun von der Schwarz-Gruppe in Rostock der Bau eines Datacenters mit einer Kapazität von 240 Megawatt. Das soll bis 2033 geschehen, wie das Unternehmen mitteilt. Der Grund sei, dass digitale Souveränität nicht durch Appelle oder Reden entstehe. Sie entstehe aber vielmehr durch Handeln, durch verlässliche Infrastruktur und durch praxistaugliche Anwendungen. In Brandenburg baut Schwarz auch bereits ein ähnlich großes Rechenzentrum. Die Investitionskosten belaufen sich da auf elf Milliarden Euro.

Das bedeutet digitale Souveränität

Digitale Souveränität bedeutet, dass Unternehmen, aber auch Staaten, selbst bestimmen, wo ihre Daten gespeichert sind und wer darauf zugreifen kann – unabhängig von US-amerikanischen oder chinesischen Technologiekonzernen. Schwarz will sich deshalb als europäische Alternative zu Anbietern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure aufstellen. Das Unternehmen traut sich zu, zum sogenannten Hyperscaler zu werden. So nennt man Cloud-Anbieter, die weltweit viele Server betreiben, um ihren Kunden in großem Umfang Speicher für Daten, Rechenleistung für Programme, KI und weitere Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. In Dummerstorf sollen die Kapazitäten aber zunächst für den Bedarf der Schwarz-Gruppe genutzt werden. Also für Daten aus Liefer- und Bestellprozessen, Bezahlvorgängen und Kundenbindungsprogrammen. Gleichzeitig werde das Rechenzentrum die weitere Entwicklung und Skalierung souveräner IT-Möglichkeiten stärken. Bis 2045 könne das Datenzentrum auf eine Anschlussleistung von einem Gigawatt ausgebaut werden.

Kontroverses zum Thema Rechenzentren:

Rechen- oder Datenzentren werden laut Ansicht vieler Experten immer unerlässlicher, wenn es um die breite Anwendung von künstlicher Intelligenz geht. In einem Rechenzentrum stehen große Server und Computer, in denen Daten gespeichert, verarbeitet und verteilt werden. Sie sind nicht nur für große Unternehmen wichtig, die dort ihre ihre Daten speichern, sondern auch für ganz normale Bürger. Denn jedes Mal, wenn jemand ein Video auf seinem Handy anschaut oder etwa eine Mail schickt, läuft der Datenverkehr über ein solches Rechenzentrum, wie man erfährt. Doch obwohl Rechenzentren für die Digitalisierung der Wirtschaft wichtig sind, ist ihr Aufbau nicht unumstritten. In den USA gibt es etwa kurz vor den Midterms in einigen Bundesstaaten riesigen Streit. Es geht dbei um die Lärmbelastung und des großen Strom- und Wasserverbrauch für die Rechenzentren. Die massiv ausgebaute Windkraft an der Ostseeküste ist damit aber auch ein Vorteil für den Aufbau eines solchen Datenzentrums in Rostock. Nicht umsonst soll es dort entstehen. Weil es in Dummerstorf einen Anschluss an das Höchstspannungsnetz gibt, kann der Strom relativ effizient bis zur Anlage transportiert werden.

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