Brillanter Millionensparer Geldspritze soll versteckten Ausschuss bei Chips vermeiden helfen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Das Start-up Quantum Diamonds weiß, wie man Ausschuss bei Mikrochips erkennt. Dafür gibt es jetzt ordentliche Millionen an Unterstützung ...

Diamant ist das härteste Material, das der Mensch kennt. Brillant ist auch die Entwicklung von Mikrochips. Doch die Qualitätssicherung, um verlustreichen Ausschuss zu vermeiden, hinkt. Das bayerische Start-up Quantum Diamonds hat nun viel Geld erhalten, um dem Problem zu begegnen ...(Bild:  van Breuden)
Diamant ist das härteste Material, das der Mensch kennt. Brillant ist auch die Entwicklung von Mikrochips. Doch die Qualitätssicherung, um verlustreichen Ausschuss zu vermeiden, hinkt. Das bayerische Start-up Quantum Diamonds hat nun viel Geld erhalten, um dem Problem zu begegnen ...
(Bild: van Breuden)

Erneut erhält ein Start-up aus München eine beachtliche Finanzierung. Diesmal kann sich der Halbleiterspezialist Quantum Diamonds freuen, denn er hat sich rund 91 Millionen Euro für seine Arbeit sichern können. Der 2022 gegründete Newcomer will damit eine Technik zur Serienreife führen, die ein, wie es heißt, enormes Problem der modernen Elektronikwelt löst: Den sogenannten versteckten Ausschuss bei der Produktion von hochleistungsfähigen Mikrochips. Quantum Diamond sei das erste Start-up überhaupt, das diese prestigeträchtige Fertigungsförderung erhält. Die Ausgründung aus der Technischen Universität München (TUM) spielt damit in einer Liga mit Branchenriesen wie Carl Zeiss oder Globalfoundries.

Das Know-how von Quantum Diamonds etwas genauer

Moderne Mikrochips sind quasi hochkomplexe, dreidimensionale „Landschaften“ im Miniaturformat. Zur Herstellung werden Milliarden winzigster Schaltkreise übereinander geschichtet. Das Problem dabei ist, dass übliche Prüfgeräte in diese tiefen Schichten nicht hineinschauen können. Bleibe ein Defekt unbemerkt, sei der gesamte Chip unbrauchbar. In der Halbleiterindustrie entscheidet aber die Ausbeute an funktionsfähigen Chips über Gewinn und Verlust. Quantum Diamonds nutzt aber, um in Zukunft dennoch zwischen gut und schlecht unterscheiden zu können, künstlich hergestellte Diamanten. Diese weisen absichtlich winzige atomare Baufehler aufweisen. Diese Fehler reagierten extrem empfindlich auf magnetische Felder. Und weil jeder fließende Strom um den Leiter herum ein Magnetfeld erzeugt, funktioniert das System wie ein hochempfindliches Quantenmikroskop, so die Experten. Es macht die Ströme im Inneren des Chips sichtbar, ohne diesen zu zerstören. Fehler im Nanobereich könnten so in Sekunden präzise in puncto Lage und Tiefe geortet werden. Wenn das ein Erfolg werde, spare es den Herstellern Millionen pro Produktionswoche.

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