In Halle 9 findet sich auf der EMO Hannover schließlich die Additive Manufacturing Area. „Das additive Manufacturing hat sich auf der EMO Hannover etabliert“, merkt Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des Fachverbands Additive Manufacturing (AM) im VDMA, dazu an. Denn die AM-Prozesskette habe viele Berührungspunkte zur subtraktiven Fertigung, weil additiv gefertigte Bauteile oft vor ihrem Einsatz noch mechanisch bearbeitet werden müssten. Erst dann kommen die Vorteile der additiv gefertigten Komponenten als Leichtbaugreifer, konturnah gekühlte Werkzeuge, on-demand-Ersatzteile und vieles mehr zum Tragen“, erklärt Heering. Deshalb sei die Additive Manufacturing Area die Anlaufstelle für alle Fachbesucher, die sich für aktuelle Entwicklungen beim industriellen 3D-Druck interessieren. Neun Aussteller finden sich dort. Das sind Additive Industries, Daimler Buses – Evobus, Hamuel Maschinenbau, Q.Big 3D, Schoeller-Bleckmann Oilfield Technology, Trumpf Laser- und Systemtechnik, die DMA Arbeitsgemeinschaft AM, JEOL und Carl Zeiss Industrielle Messtechnik. Sie demonstrieren den direkten und indirekten 3D-Druck, Werkstoffe sowie das Rapid Product Development (RPD). Dazu geben sie Antworten auf die Frage, wie Additive Manufacturing in den Produktionsprozess eingebunden werden kann.
Auch größere Bauteile können gedruckt werden
Gabriel Pankow, Pressesprecher der Trumpf Laser- und Systemtechnik, Ditzingen, sagt: „Auf der EMO steht die Produktionstechnologie im Mittelpunkt und die additive Fertigung ist ein wichtiger Teil davon. Deshalb beteiligen wir uns an der Additive Manufacturing Area.“ Auf der Messe demonstriere man mit verschiedenen Bauteilen, wie groß das Potenzial des 3D-Drucks zum Beispiel für den Werkzeug- und Formenbau sei. Anwender profitierten etwa im Bereich der Prototypenentwicklung und der Gewichtsreduktion ihrer Werkzeuge. Und Werkzeughersteller können außerdem filigrane, innenliegende Kühlkanäle in ihre Werkzeuge integrieren, um Bauteile punktgenau zu temperieren.
„Die Möglichkeit des schichtweisen Aufbaus von Bauteilen ist zu einem industriellen Fertigungsverfahren geworden und werden inzwischen in vielen Anwendungsfeldern zunehmend erfolgreich eingesetzt. Auf der EMO gibt es große Potenziale des innovativen Verfahrens zu entdecken“, führt Heering weiter aus. Beispielhaft nennt er Designfreiheit, Flexibilität und Services, die nicht nur für Werkzeugmaschinen relevant sind.
Dass das Potenzial für den 3D Druck lange noch nicht ausgeschöpft ist, sieht jedenfalls auch Oliver Friz, Geschäftsführer von Q.Big 3D in Aalen: „Der 3D-Druck in größerem Maßstab ist noch nicht so am Markt angekommen, wie der Druck von kleineren Bauteilen.“ Er zeige deshalb auf der EMO Möglichkeiten für den Maschinenbau im Bereich Verkleidungsteile, Tanks sowie Mess- und Montageaufnahmen. Friz: „Unsere Maschine kann größere Bauteile mit allen geometrischen Freiheiten des 3D-Druck schneller, günstiger und umweltfreundlicher herstellen als mit konventionellen Fertigungsmethoden.“
Integrierte Automatisierung spart Geld beim 3D-Druck
Und Kartik Rao, Strategic Marketing Director bei Additive Industries aus den Niederlanden, setzt auf die Automatisierung von AM: „Mit großem Bauvolumen, Robustheit und Produktivität definiert Additive Industries den Business Case für Luft- und Raumfahrt, Automobilbau, Energie und Hightech-Ausrüstung neu.“ In Hannover werden wir zeigen, wie die intergrierte Automatisierung in unseren Druckern die Kostenstruktur für die Teileproduktion verbessert und noch mehr Designfreiheit in der additiven Metallfertigung bietet.“ Andreas Tietz, Global Head of Sales von Zeiss AM Technology in Oberkochen, sorgt für Qualität, auch im 3D-Druck. „Automobil-, Luft-, Raumfahrt- und Konsumgüterindustrie oder Medizintechnikhersteller setzen auf additive Fertigung, wenn sie die Produktionseffizienz steigern, Teile individualisieren und eine schnellere Markteinführung erreichen wollen. Diese Vorteile können jedoch nur genutzt werden, wenn die erforderliche Qualität gewährleistet ist. Wir bieten auf der EMO viele Produkte und Lösungen, um die Qualität zu verbessern, Fehlerursa-chen zu analysieren, nachhaltige Prozessverbesserungen voranzutreiben und Standards für die zukünftige Serienproduktion zu setzen.“
Zusätzlich können sich Interessierte auf dem Innovation Forum in Halle 9 ausführlich über die Highlights der Additive Manufacturing Area informieren. Außerdem findet am 20. September 2023 im Convention Center ( Saal 3A) eine internationale Konferenz zu Additive Manufacturing statt, veranstaltet vom europäischen Werkzeugmaschinenverband Cecimo.
Stand: 08.12.2025
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