Interview
Künstliche Intelligenz: Mehr Schein als Sein?

Von Jürgen Schreier 9 min Lesedauer

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Um Künstliche Intelligenz gibt es viel Hype, doch sind bei der Anwendung noch keine großen Fortschritte zu verzeichnen. Warum das so ist und wie man Unternehmen den Einstieg in die KI erleichtern kann, erläutert Richard Rovner, Vice President of Marketing von MathWorks, im Gespräch mit "Industry of Things".

Richard Rovner, Vice President of Marketing von MathWorks: "MATLAB, Simulink und die entsprechenden Toolboxen erlauben die schnelle Entwicklung von Algorithmen und die automatische Codegenerierung für Computer Vision, Signalverarbeitung, Robotik sowie Steuerungs- und Regelsysteme." (Bild:  MathWorks)
Richard Rovner, Vice President of Marketing von MathWorks: "MATLAB, Simulink und die entsprechenden Toolboxen erlauben die schnelle Entwicklung von Algorithmen und die automatische Codegenerierung für Computer Vision, Signalverarbeitung, Robotik sowie Steuerungs- und Regelsysteme."
(Bild: MathWorks)

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat anlässlich der Hannover Messe 2018 eine länderübergreifende Studie zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie publiziert. Die Ergebnisse sind ziemlich ernüchternd. Denn KI steckt in Deutschland noch den Kinderschuhen. Herr Rovner, woran liegt das?

Rovner: Wir haben auf der MATLAB EXPO 2018 im Keynote Talk darüber gesprochen, dass im Allgemeinen die Umsetzung dem Hype noch hinterher hinkt. Es gibt viel Interesse und viel Hype um KI, aber meiner Meinung nach können wir noch keine großen Fortschritte bei der Anwendung verzeichnen - nicht nur in Deutschland. Kunden im In- und Ausland, die in Bereichen wie der Industrieautomation und im Maschinenbau tätig sind, haben angefangen, in Forschung und Entwicklung zu investieren, um zunächst neue Lösungen zu erproben. In einer stark industrialisierten Wirtschaft wird man bewährte Fertigungsprozesse wohl kaum durch andere ersetzen, bevor diese nicht erprobt wurden. Dies ist, denke ich, der Punkt, an dem wir uns gerade befinden. Wir sehen definitiv, dass Unternehmen in Forschung und Entwicklung in der Maschinen- und Anlagenautomatisierung, der Bildverarbeitung, der Waferinspektion und in andere Anwendungen der vorausschauenden Instandhaltung investieren. Außerdem sehen wir KI-basierte Technologien, auch in Bereichen wie dem automatisierten bzw. autonomen Fahren. Meiner Meinung nach gibt es eine ganze Menge an Aktivitäten, aber sicherlich nicht so viele, wie der Hype um KI einen glauben lässt.