Eine aktuelle Deloitte-Studie beleuchtet den Nutzen von geschäftlichen Ökosystemen und digitalen Plattformen und betont so die Relevanz von vernetzen Geschäftsprozessen. Rund 53 Prozent des deutschen Mittelstands haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt. Das Glas ist also erst halb voll, oder?
In einem gesunden Ökosystem profitieren alle Akteure von ihrer Symbiose.
Das Konzept der Business-Ökosysteme hat in den letzten beiden Jahren deutlich an Relevanz gewonnen und trägt so aktiv zur Umgestaltung weiter Teile der Wirtschaft bei, wie die Erhebung „Digitale Strategien im Mittelstand: Chancen und Herausforderungen“ ergab. Dennoch geben 83 % der Befragten an, den Begriff Ökosystem in diesem Kontext nicht zu kennen. Lediglich 8 % verfügen bereits über eine digitale Plattform, die das Fundament eines solchen unternehmerischen Ökosystems bildet.
Terminologisch der Biologie entlehnt, bezeichnet ein Ökosystem ein reichhaltiges, adaptives und widerstandsfähiges Geflecht von Organismen. Diese stehen in diversen Wechselbeziehungen – von Symbiose über Kollaboration bis hin zu Wettbewerb. Auf den Geschäftskontext übertragen meint das Sprachbild verhältnismäßig freie Kooperationen mehrerer Unternehmen innerhalb einer Branche oder auch über Branchengrenzen hinaus. Es handelt sich hierbei also um physisch reale oder virtuelle Unternehmensnetzwerke.
Die international bekannten Beispiele wie Amazon, Apple, Facebook, Google, Uber und Airbnb verdeutlichen, dass die Mehrheit der erfolgreichen Ökosysteme auf einer digitalen Plattform basiert. Auch andere Formen der Zusammenarbeit sind möglich. Laut der Studie finden Partnerschaften beispielsweise zunehmend auch in traditionellen Unternehmensnetzwerken durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien statt. Damit ein solches Ökosystem funktionieren kann, wie es soll, muss sich die Zusammenarbeit – gleichermaßen der Konkurrenten und Partner innerhalb und außerhalb von Branchengrenzen - verändern.
Neue Geschäftspotenziale durch Ökosysteme
Die Mehrheit der Mittelständler (58 %) legt noch immer Wert auf eine hohe Fertigungstiefe. Diese etablierten Unternehmen verstehen sich als Integratoren, also als Inhaber und Kontrolleure der Wertschöpfungskette. Die erfolgreichen Unternehmen der Erhebung weisen hier sogar einen überdurchschnittlich hohen Wert auf. Laut Deloitte muss dieser Fakt allerdings nicht im Widerspruch zum Modell erfolgreicher Unternehmen der Plattform-Ökonomie stehen, da diese ihre bestehenden Geschäftsmodelle in neue Dimensionen erweitern.
Ein Indikator hierfür ist der Umstand, dass viele große Unternehmen den Fokus bereits heute nicht mehr ausschließlich auf den Verkauf ihrer Produkte setzen, sondern mehrdimensional planen – zum Beispiel mit As-a-Service-Lösungen. Und von diesem Erfolgsrezept wollen nicht mehr nur noch die Global Player profitieren, sondern zunehmend auch kleine und mittelständische Unternehmen. Rund 55 % von ihnen haben sich bereits entschieden, Teil eines solchen Ökosystems sein zu wollen. 36 % aller Mittelständler vernetzen ihre Wertschöpfungspartner außerdem bereits über eine Plattform und 34 % entwickeln in diesem Umfeld ihre Technologien.
Nutzen übersteigt Kosten aus Sicht des Mittelstands
Es ist ziemlich egal, wo man hinschaut: entlang der kompletten Wertschöpfungskette, in nahezu jeder Branche schaffen Ökosysteme vielversprechende Perspektiven für mittelständische Firmen. Neben verbesserten Kundenbeziehungen versprechen sich 73 % der konsultierten KMUs auch eine nachhaltige Optimierung der unternehmerischen Prozesse. 58 % glauben in diesem Kontext außerdem an die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, 52 % erhoffen sich eine Effizienzsteigerung in der Produktentwicklung.
Dem gegenüber steht die Furcht vor hohem Abstimmungsbedarf sowie einer gefährdeten Datenintegrität. Dass im großen Ganzen die Vorteile aber überwiegen dürften, macht sich unter anderem daran bemerkbar, dass viele der erfolgreichen Mittelständler Profitpotenzial nicht nur für die Share-, sondern auch für alle anderen Stakeholder, also den Dreiklang von Ökonomie, Ökologie und Gemeinwesen, sehen. Wie dieses in Einzelfällen konkret aussehen wird, bleibt abzuwarten. Klar ist aber, dass die digitale Transformation viele altbekannte und bewährte Strategien und Geschäftsmodelle infrage stellt; bereits heute beginnen ehemals klar gezogene Branchengrenzen sukzessive zu verwischen. Dieser Vorgang – mancher mag ihm mit gemischten Gefühlen gegenüber stehen – nimmt zunehmend an Fahrt auf. Und so unterliegen einige, wenn auch nicht alle, Regeln des Wettbewerbs gerade grundlegenden und schnellen Veränderungen. Wer sich als KMU hiervor nicht verschließt, braucht auch die Digitalisierung nicht zu fürchten.
Stand: 08.12.2025
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