Schall und Rauch?

Synapticon-CEO Ensslen kommentiert zum Robotic Institute Germany

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China ist nicht wegen staatlicher Subventionen fitter

Dass dies in den USA anders und oft sehr erfolgreich ist, daran haben wir uns gewissermaßen gewöhnt, merkt Ensslen an. Der Erfolg vieler chinesischer Hersteller, insbesondere auch im Robotikbereich, wird dagegen gern lapidar abgetan. Da heißt es meist, dass die ja eh nur vom Staat subventioniert werden. Kein Wunder also, dass sie erfolgreich sind. Was aber passiert denn tatsächlich? Ensslen: „Wenn man genau hinsieht, sind es keine Subventionen, die chinesische Marktführer schaffen, sondern rein der Wettbewerb in China selbst.“ Er meint damit dem Wettbewerb zwischen den vielen Unternehmen, zwischen den zahlreichen Investoren, zwischen den unzähligen Lokalregierungen, welche die Unternehmen gewinnen wollen und zwischen den vielen ambitionierten Mitarbeitern. „Was Länder wie China im Aufbau einer Industrie für Robotik stark und groß macht, ist am Ende ausschließlich doch die eigene Ambition,“ is sich Ensslen sicher.

Einige Gründe, warum es bei uns nicht so gut läuft ...

Das ist der Punkt, an dem der Hebel anzusetzen ist! Denn solange Unternehmen nur von ihrem Status quo zehren und höchstens danach streben, nach klassischer deutscher Ingenieurskultur oder mit bester Datenschutzkonformität, clevere Spezialitäten zu erfinden, für die es eh keine globale Konkurrenz gibt (weil auch der Markt dafür meist nicht global ist), wird sich an unserer abnehmenden Relevanz auf der Weltwirtschaftsbühne nichts ändern, befürchtet der Synapticon-Chef. „Wir brauchen wieder mehr Unternehmer, die davon träumen, mit Spitzenprodukten die Weltmärkte anzuführen und sich trauen, die dafür notwendigen Schritte zu unternehmen“, so seine Forderung. Diese sollten sich selbst laufend mit neuer Technik auseinandersetzen und gleichzeitig starke Ambitionen für ihr Unternehmen haben, so sein Wunsch. Ihn ärgert dabei, dass sich viele heute hinter nicht-idealen politischen Rahmenbedingungen verstecken.

Die deutsche Robotik kann noch gerettet werden

Initiativen wie das RIG können erfolgreich sein, gibt Ensslen zu. Das aber nur dann, wenn sichergestellt sei, dass hier kein weiteres böhmisches Dorf gebaut werde. Die Ergebnisse von Spitzenforschung und Entwicklung und deren Autoren müssen jeweils so schnell wie möglich sowohl von Konzernen, Mittelständlern als auch von Start-ups gleichermaßen aufgegriffen werden, wie er empfiehlt. Am Thema interessierte Investoren müssen seiner Meinung nach nah dran sein, um solche Technologie- und Talenttransfers zu begleiten. Menschen und Inhalte müssten an wenigen Orten, oder im Idealfall an nur einem, zusammengebracht werden. Dabei sei jedoch kein Bedarf für neue Gebäude. Ein Beispiel sollte man sich dabei weniger an anderen Verbänden oder Institutionen nehmen, sondern gerne an Orten, wie dem „Y Combinator“ oder dem „UnternehmerTUM“. Wenn das gelingt, dann ist der Zug in Sachen Robotik in Deutschland und Europa noch nicht abgefahren, glaubt Ensslen. Entpuppt sich das RIG jedoch ebenfalls als Spiegelfechterei, dann wird aus dem Startschuss schnell doch wieder nur der berühmte Schuss in den Ofen, schließt Ensslen sein Statement.

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