Schlemmen per KI Künstliche Intelligenz bastelt den optimalen Burger zusammen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

Wer künstliche Intelligenz hört, denkt in der Regel zunächst mal an Technik & Co aus der Industrie. Doch weit gefehlt, denn sie kann offensichtlich auch kulinarisch gesehen, einiges beisteuern ...

Burger-Buden sind in den USA eine beliebte Nahrungsquelle. Bisher hat nur noch keiner draufgeschaut, wie der optimale Burger aussieht und es gibt unzählige Kombinationen. US-Forscher sind dem nun aber per KI auf der Spur gewesen. Lesen Sie hier, was dabei herauskam ...(Bild:  Kulinarr)
Burger-Buden sind in den USA eine beliebte Nahrungsquelle. Bisher hat nur noch keiner draufgeschaut, wie der optimale Burger aussieht und es gibt unzählige Kombinationen. US-Forscher sind dem nun aber per KI auf der Spur gewesen. Lesen Sie hier, was dabei herauskam ...
(Bild: Kulinarr)

Künstliche Intelligenz kann beispielsweise in der Medizin Krankheiten erkennen, im Alltag knifflige Fragen beantworten oder Tipps für die Partnersuche geben, ganz zu schweigen von den Vorteilen für Maschinen- und Anlagenbauer. Nun sollen Forscher aber eine KI entwickelt haben, die das optimale Rezept für Burger zusammenstellen könne. Es sei egal, ob es um Pilz-Burger, Bohnen-Burger, Fisch-Burger oder den klassischen Hamburger gehe. Das Ergebnis hängt demnach ganz von den Präferenzen der Burger-Esser ab – etwa in Bezug auf Geschmack, Nachhaltigkeit oder Nährstoffgehalt. Letztlich bestanden die KI-Rezepte auch einen Praxistest an Restaurantbesuchern, wie das betreffende Forschungsteam von der kalifornischen Stanford Unversity bereits in Fachmedien geschrieben hat. Da liest man, dass die KI nicht nur akzeptable Burger-Rezepte erstellt, sondern gleich noch Burger schuf, die man genießen kann. Das jedenfalls erläutert die Biotechnik-Ingenieurin Ellen Kuhl in einer Stanford-Mitteilung. Das, heißt es weiter, mag vielleicht simpel klingen, bedeutet aber nach Ansicht der Mampf-Expertin, dass das Modell gelernt hat, was Nahrung für den menschlichen Gaumen reizvoll macht.

Kulinarische KI wurde mit über 2.200 Rezepten getrimmt

Wer es nicht weiß: Der moderne Hamburger erblickte wohl schon im späten 19. Jahrhundert als simple Kombination von Hackfleisch und Brot das Innere der Mägen. Das behauptet Kuhl jedenfalls in einem Beitrag im Fachblatt „Computer Methods in Applied Mechanics and Engineering“. Zwar würden sich allein die Menschen in den USA inzwischen pro Jahr 50 Milliarden Hamburger hinter die Kiemen schieben, aber die Kombinationsmöglichkeiten der verschiedenen möglichen Burger-Zutaten seien weitgehend unerforscht. Das sei auch kein Wunder, denn die Zahl der möglichen Burger-Rezepte schätzt das US-Team auf sage und schreibe zehn Septillionen, was eine ein mit 43 Nullen ist. Um etwas Ordnung in diese schier endlosen Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Lebensmittel zu bringen, entwarfen Kuhl und zwei Kollegen das öffentlich zugängliche Online-Tool „BurgerAI“ und trainiert es anhand von nicht weniger als 2.216 Rezepten.

Keine 101 Dalmatiner, aber 101 Burger-Tester probierten

Dabei berechnet die Software nach mathematischen Prinzipien nicht nur den Geschmack eines Burgers, sondern auch seine Textur, seinen Nährstoffgehalt und seine Nachhaltigkeit – also Umweltverträglichkeit. Und dies tat sie auch noch für verschiedene Altersgruppen, Geschlechter und Lebensstile der Konsumenten. Jahrhunderte lang war die Zubereitung von Essen also eine Sache von Intuition, Erfahrung und von Versuch und Irrtum. Kuhl ist sich nun aber sicher: „Wir fangen an zu zeigen, dass KI die Gestaltung von Essen in eine quantitative Wissenschaft übertragen kann!“ Der ultimative Test war schließlich ein Blindversuch mit 101 Freiwilligen, die in einem Restaurant in San Francisco die KI-designten Burger schnabulierten. Sie bekamen zuvor fünf KI-entworfene und professionell zubereitete Burger sowie als Vergleich einen Big Mac. Der Pilz-Burger übertraf das konventionelle Produkt in Bezug auf Nachhaltigkeit dabei um über das Zehnfache, der Bohnen-Burger in Bezug auf den Nährstoffwert immerhin noch um fast das Doppelte, wie das Forschungstrio stolz sagt.

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