3D-Druck-Kolumne // November Formnext 2024: So lohnt sich der Besuch der weltweit größten 3D-Druck Messe

Ein Gastbeitrag von Johannes Lutz 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Alle sind wieder gespannt was die diesjährige Leitmesse des 3D-Drucks in Frankfurt wieder bereithält. Wer ist nach der Konsolidierung in der Branche noch da? Wie groß sind die Messestände? Wer bringt Neuigkeiten und wie kann sich ein Messebesuch ohne Reizüberflutung in dieser undurchsichtigen Welt lohnen?

3D-Druck-Experte Johannes Lutz weiß, wie der Formnext-Besuch zum Erfolg werden kann.(Bild:  3D Industrie GmbH)
3D-Druck-Experte Johannes Lutz weiß, wie der Formnext-Besuch zum Erfolg werden kann.
(Bild: 3D Industrie GmbH)

Das schlimmste was Ihnen passieren kann ist, mit einer Meinung über 3D-Druck hinzufahren und ohne Meinung zurückzukommen. Vollkommen verwirrt, überflutet mit Vorteilen, Möglichkeiten und Lösungen, die Sie noch nie gesehen haben und worüber Sie jetzt nachdenken, wo und wie Sie diese einsetzen könnten.

Keine Sorge Sie sind nicht krank, dieses Verhalten ist ganz normal, aber verhinderbar, wenn Sie Ihren Messebesuch und Rundgang aus einem anderen Blickwinkel und mit einer anderen Denk- und Herangehensweise betrachten.

Egel ob Sie Neuling in der Branche sind und mal schauen wollen, was möglich ist oder ob Sie Geschäftsführer eines Industriebetriebs sind und sich vor Ort die Drucker anschauen wollen: selbst als Wissenschaftler oder Entwickler kommen Sie voll auf ihre Kosten.

Als Berater für 3D-Druck wiederholt sich die Messe für mich mittlerweile das 9. Mal. Aus dieser Erfahrung möchte ich Ihnen somit die wichtigsten Hinweise für Ihren Messebesuch mitgeben, damit Sie danach auch eine fundierte Entscheidung für sich treffen und die gesammelten Informationen in der richtigen Dosis aufnehmen können.

Während die Privatanwender nichts von Metall-3D-Druck wissen wollen und an den Ständen für FDM für volle Gänge sorgen, sollten Sie Ihren Messerundgang gut im Voraus planen. Denn es warten 800 Technologieanbieter und eine spannende Agenda mit ausgiebigem Rahmenprogramm auf Sie.

Hier vier wichtige Hinweise, wie Sie alles aus Ihrem Messebesuch rausholen und mit Klarheit und einem Wohlbefinden wieder nachhause fahren können.

  • 1. 3D-Druck-Realität und echte Realität: Lassen Sie sich nicht verarschen! Nur weil „alienartige topologieoptimierte Teile“ überall sichtbar sind, heißt das nicht, dass es diese Anwendungen auch in Ihrem Geschäftsfeld geben muss und Sie diese aber noch nicht kennen. Viele dieser Anwendungen wurden speziell für die Messe gedruckt – vor allem um dem Wettbewerber zwei Stände weiter zu zeigen, was man kann, dass aber kaum jemand braucht. Natürlich möchte man auch zeigen, was möglich ist. Lassen Sie sich deswegen also nicht in die Irre führen. Zu Beginn lohnt sich 3D-Druck gerade bei einfachen Anwendungen viel mehr, anstatt mit der schwierigsten Anwendung zu starten.
  • 2. Kenne Sie Ihre Anwendung, die Sie drucken wollen? Sollte ein Mitarbeiter auf dem Stand, der Hersteller oder Reseller direkt Fragen zu Ihrer Anwendung und Problematik haben, dann ist dies ein gutes Zeichen. Seinen Sie also vorbereitet und bringen Sie Bilder auf Ihrem Handy, eine Zeichnung oder Details zu Ihrer Anwendung mit. Sollte der Hersteller den „20 minütigen Self-Talk“ über 3D-Druck durchführen und Ihnen alle Details zum Drucker erzählen: viel Spaß dort wieder rauszukommen!! Genau genommen kommen Sie auf die Messe, um speziell in Ihrem Fall Antworten auf Ihre Fragen zu bekommen, anstatt bei jedem Stand eine tiefgründige 3D-Druck-Schulung zu erhalten.
  • 3. Treffen Sie eine Entscheidung! Stellen Sie sich selbst die Fragen: „Will ich was mit 3D-Druck machen und wenn ja, will ich mir helfen lassen?“ Sonst brauchen Sie nicht auf die Messe zu fahren, wenn Sie nicht den Entschluss gefasst haben, damit zu beginnen. Was hilft Ihnen sonst all das Wissen, dass sie nicht umsetzen? Im schlimmsten Fall sind Sie noch verwirrter als vorher. Setzen Sie sich einen Termin für Ihre Entscheidung und machen Sie die ersten kleinen Schritte mit Ihrem Vorhaben.
  • 4. 3D-Druck ist nichts für mich! Ein Messebesuch lohnt sich auch dann, wenn Sie auf der Messe genau geprüft haben, das Sie keinen 3D-Drucker brauchen und zuerst einen 3D-Druck-Dienstleister nutzen oder Sie sich das Thema 3D-Druck die nächsten 2 Jahre nicht anschauen müssen, weil es für Ihre Problematik noch keine Möglichkeit gibt. Dies entlastet die Schultern und schafft Platz, anstatt daran festzuhalten.

Alle vier Messehallen an einem Tag zu schaffen ist nahezu unmöglich. Planen Sie also zwei Tage ein oder nehmen Sie sich vorab die Zeit, in der Formnext App Ihre Favoriten zu markieren. Die besten Termine auf der Messe sind übrigens diese, die Sie vorher konkret beim Messestand ausgemacht haben, anstatt lange auf den Kontakt zu warten.

Auch dieses Jahr gibt es wieder spannende Neuigkeiten und Produktvorstellungen, die sich bereits rumgesprochen haben und für Vorfreude sorgen. Sie sind also bestens vorbereitet, wenn Sie mit einem anderen Mindset auf der Messe plötzlich Dinge sehen, die Ihnen sonst nie aufgefallen wären.

Wir von 3D Industrie wünschen Ihnen eine gute Anreise und einen tollen Messebesuch!

Die monatliche 3D-Druck-Kolumne entsteht in Kooperation mit unserem Autor Johannes Lutz von 3D Industrie. Interessieren Sie sich für weitere Themen aus der Welt des 3D-Drucks? Dann hören Sie sich den 3D-Druck-Podcast von Johannes Lutz an.

(ID:50229311)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung