Ein rasantes Wachstum von Edge Computing scheint unmittelbar bevorzustehen, wie jüngste Studienergebnisse verlautbaren lassen. Der gleichzeitig starke Rückgang an Fachkräften könnte jedoch Probleme mit sich bringen und wo kommt eigentlich die benötigte Energie her?
Angesichts des stetig wachsenden Datenaufkommens könnte deren schnelle Verarbeitung via Edge Computing zu einer Schlüsseltechnologie werden – und das vielleicht früher als gedacht.
Fünf Jahre ist es inzwischen her, seit Vertiv eine weltweite und brachenübergreifende Umfrage zum Rechenzentrum der Zukunft startete. 2019 ist mit Data Center 2025: Closer to the Edge nun ein Halbzeit-Update verfügbar, das Transformation in der Branche offenlegt, die zu Beginn der Erhebung 2014 kaum zu erkennen waren.
Ran an den Rand
Die stetige Migration in Richtung Edge beeinflusst zwangsläufig die Vision des Rechenzentrums der Zukunft. Bereits heute haben es Betreiber wie Branchenführer mit einem breitgefächerten Ökosystem an Rechenzentren zu tun, das sich aus unterschiedlichsten Anwendungen zusammensetzt – dabei vertrauen diese zunehmend auf den Rand des Netzwerks, auch Edge genannt. Da beim Edge Computing Daten dezentral in der Netzwerkperipherie verarbeitet werden, also an dem Ort, an dem sie generiert wurden, lassen sich Latenzzeiten verringern, was angesichts eines stetig wachsenden Datenaufkommens gerade für Echtzeit-Anwendungen von Relevanz ist.
Erste Ergebnisse der Befragung legen nahe, dass mehr als die Hälfte (53 %) der Teilnehmer, die heute bereits Edge-Sites betreiben oder bis 2025 Edge-Sites nutzen wollen, mit einem deutlichen Anstieg der Nachfrage rechnen. Konkret gehen sie davon aus, dass die Anzahl der von ihnen unterstützten Edge-Sites um mindestens 100 Prozent wächst, 20 Prozent erwarten gar einen Anstieg von 400 Prozent oder mehr. Fasst man die Ergebnisse zusammen, gehen die Befragten davon aus, dass ihre Gesamtzahl der Edge-Computing-Standorte bis 2025 um 226 Prozent wachsen wird.
Eine vorausgegangene Untersuchung von 2014 attestierte Edge Computing zwar bereits damals wachsenden Trend-Charakter, dennoch fand der Begriff Edge lediglich viermal Erwähnung im insgesamt 19-seitigen Papier. Lag zum damaligen Zeitpunkt die Aufmerksamkeit vor allem noch auf hybriden Architekturen, die Unternehmens-, Cloud- und Colocation-Ressourcen nutzen, ist man heute erstaunt vom Wachstum des Themas und den damit verbundenen drastischen Auswirkungen auf die Rechenzentrums-Landschaft – und das in einer Branche, die naturgemäß teils exponentiell wächst und sich regelmäßig selbst transformiert.
„In einem Zeitraum von nur fünf Jahren haben wir die Entstehung eines völlig neuen Segments des RZ-Ökosystems erlebt, das durch die Notwendigkeit angetrieben wird, die Computer näher am Benutzer zu platzieren", sagte Rob Johnson, CEO von Vertiv. „Dieses neue, verteilte Netzwerk ist auf ein erfolgskritisches Edge angewiesen und verändert die Art und Weise, wie wir bislang über das Rechenzentrum gedacht haben, grundlegend."
„Vorhersagen über technologische Veränderungen in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren sind eine Herausforderung. Aber die vorliegende Studie bildet exakt die Vision eines sich ständig verändernden und unglaublich dynamischen Marktes ab, der sich vor unseren Augen entwickelt", sagte Giordano Albertazzi, Präsident von Vertiv in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. „Insbesondere stimmen die Schätzungen für den zukünftigen Anstieg im Edge Computing mit dem prognostizierten Wachstum von KI, IoT und anderen latenz- und bandbreitenabhängigen Anwendungen überein. Die Herausforderung – insbesondere angesichts des Personalmangels im Rechenzentrum – besteht darin, die gesamte neue Infrastruktur effektiv und effizient zu verwalten. Fernmanagement und Ansätze wie zum Beispiel Light-Out-Rechenzentren werden eine immer wichtigere Rolle spielen."
Die Umfrage, an der insgesamt mehr als 800 Rechenzentrumsexperten teilnahmen, förderte in diesem Kontext auch zwei wenig erfreuliche Tendenzen zu Tage.
So sehen die Befragten die Chancen für erneuerbare Energien, konkret Solar- und Windenergie, im Rechenzentrumseinsatz nicht mehr so optimistisch wie noch 2014. Gingen sie vor fünf Jahren noch davon aus, dass bis 2025 etwa 34 Prozent der Rechenzentrumsleistung von diesen Energiequellen gedeckt werden könne, hat das Vertrauen in diesen so wichtigen Wandel nachgelassen. Aktuelle Einschätzungen gehen davon aus, dass bis in sechs Jahren lediglich 21 Prozent der benötigten Energie regenerativen Ursprungs sein wird.
Stand: 08.12.2025
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Zusätzlich gehen weltweit 16 Prozent der Studienteilnehmer davon aus, bis 2025 in den Ruhestand getreten zu sein. Dies würde den ohnehin bereits viel beschworenen Fachkräftemangel zusätzlich verschärfen. In den USA läge diese Zahl demnach bei 33 Prozent.
Die Umfrage macht deutlich, die Welt der Rechenzentren scheint dieser Tage der der Lemminge zu gleichen: alle rennen Richtung Rand. Um ungewollte Abstürze zu vermeiden, gilt es jedoch schnellstmöglich Antworten auf mindestens zwei der drängendsten (Arbeitsmarkt-)Fragen der Gegenwart zu finden. Wie schaffen wir es, technologischen Wandel nachhaltig zu vollziehen und wo finden wir die Arbeitskräfte hierfür?