Expertenbeitrag

Prof. Dr. Andreas Syska

Prof. Dr. Andreas Syska

Professor für Produktionsmanagement, Hochschule Niederreihn

Trend-Dossier 2019
Digitalisierung für die Menschen

Von Prof. Dr. Andreas Syska 2 min Lesedauer

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Der Hype ist vorbei. Die Angst, etwas zu verpassen ist dem klaren Blick für das Machbare gewichen. Pragmatisch und nüchtern ist die Herangehensweise in den meisten Unternehmen - punktuelle Verbesserungen sind die Folge. Und dass Industrie 4.0 nun doch keine Revolution ist, wen kümmert das schon?

Eine Welle wie die Digitalisierung kann man als unabwendbares Naturereignis verstehen - oder man versucht sie zu surfen. (Bild:  Photo by Jeremy Bishop on Unsplash)
Eine Welle wie die Digitalisierung kann man als unabwendbares Naturereignis verstehen - oder man versucht sie zu surfen.
(Bild: Photo by Jeremy Bishop on Unsplash)

Dieser klare Blick eröffnet die Chance, die Digitalisierung nun endlich zum Nutzen der Menschen zu gestalten - und zwar jenseits von Effizienz, Transparenz und Wachstumszwang. Aber geschieht das nicht längst? Heißt es nicht, der Mensch stehe im Mittelpunkt der Digitalisierung. Ja, das ist zu hören. Gemeint ist aber, dass man ihm beibringen müsse, diese neue Technik zu bedienen. Nicht, weil den Treibern der Digitalisierung sein Wohl so wichtig wäre, sondern damit die ganzen digitalen Tools auch eingesetzt werden.

Derzeit kommt die Digitalisierung wie ein unabwendbares Naturereignis daher, wie etwa eine Flutwelle, auf die man sich vorzubereiten hat. Es sind aber Menschen, die Digitalisierung „machen“. Sie treffen Entscheidungen, etwas bislang Analoges zu digitalisieren. Sie müssten dies nicht tun, machen es aber, weil sie sich hiervon einen Vorteil versprechen, wie etwa erhöhte Produktivität oder verbesserte Flexibilität. Das ist absolut legitim. Deshalb entsteht die Flutwelle der Digitalisierung nicht einfach so, sondern dadurch, dass jemand in voller Absicht Schleusen öffnet - um anschließend laut zu rufen, man müsse nun schwimmen lernen, und das möglichst schnell. Und so werden alle zum Schwimmunterricht geschickt und machen ihr digitales Seepferdchen, damit sie in der - von anderen erzeugten Flutwelle - nicht untergehen. Dies erzeugt bei den Menschen so einiges - Freude ist vermutlich nicht dabei.

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