Clevere Netzwerkplanung
Woran Digitalisierungsprojekte auf Shopfloor-Ebene scheitern

Ein Gastbeitrag von Dipl.-Ing. (FH) Nora Crocoll und Dipl.-Wirt. Ing. (FH) Alex Homburg* 5 min Lesedauer

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Digitalisierung ist seit Jahren in aller Munde. Auf Shopfloor-Ebene bringt sie gerade beim Condition Monitoring und der Optimierung von Prozessen Vorteile. Warum aber geschieht in der praktischen Umsetzung so wenig? Schlechte Netzwerknutzung ist ein Grund dafür.

Keine Innenstadt würde auf die Idee kommen, für die LKWs des örtlichen Paketzustellers nachträglich eigene Straßen parallel zum bestehenden Straßennetz zu bauen. In der Digitalisierung handhaben es aber viele Unternehmen so.(Bild:  Indu-Sol)
Keine Innenstadt würde auf die Idee kommen, für die LKWs des örtlichen Paketzustellers nachträglich eigene Straßen parallel zum bestehenden Straßennetz zu bauen. In der Digitalisierung handhaben es aber viele Unternehmen so.
(Bild: Indu-Sol)

Die Schlagzeilen in der Fachpresse zu Digitalisierung schwanken zwischen: „Einfach digitalisieren“ und „Digitalisierung ist komplex“. Die einen sagen, in der SPS seien ohnehin alle relevanten Daten verfügbar, die anderen meinen, es brauche eine eigene Industrial-Information-Technology-Netzwerkverbindung bis hin zum letzten Sensor der Anlage, um alle vorhandenen Informationen in maximaler Genauigkeit auslesen zu können. Die Schmöllner Netzwerkexperten von Indu-Sol gehen einen anderen Weg, bei dem mit Hilfe vorhandener Kommunikationsstrukturen alle Daten zugänglich gemacht werden können. Sie sagen, des Pudels Kern liegt im Netzwerk. Werden vorhandene Feldbusnetzwerke auf OT-Ebene richtig mitgenutzt, können alle Daten aus einer Anlage gesammelt und zur Verfügung gestellt werden, ohne auf Shopfloor-Ebene zusätzlich teure IIT-Netzwerke zu installieren.

Kosten im Detail betrachtet

Die Kosten für ein Digitalisierungsprojekt beginnen mit der Anschaffung geeigneter Sensoren und der passenden Software zum Auswerten der Daten. Die Kosten für einen Universal-Sensor, der Größen wie Schwingung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit und Schall in einem messen kann, liegen bei circa 400 Euro. Zehn solcher Sensoren kosten damit 4.000 Euro, ihre Installation schlägt zusätzlich mit schätzungsweise 2.000 Euro zu Buche. Hinz kommt dann die nötige Software, die jedoch nicht auf einem PC im direkten Umfeld der Sensoren installiert ist, sondern auf Rechnern in der IIT-Ebene. Bei einer Anlage dieser Größe lassen sich für die Anschaffung der Software etwa 5.000 Euro und weitere 5.000 Euro für das Anpassen veranschlagen. Insgesamt kommen so circa 16.000 Euro für die Digitalisierung der Beispiel-Maschine zusammen, wenn man nur die Sensoren und die Software betrachtet. Kommt jedoch eine zusätzlich zu verlegenden Netzwerkinfrastruktur hinzu, erhöhen sich die Kosten schnell um den Faktor drei,