Digitale Geschäftsmodelle
Wie das Recht auf Reparatur erweiterte Formen von Servitization fördert

Ein Gastbeitrag von Thomas Knorr* 5 min Lesedauer

Das Recht auf Reparatur soll Industrieunternehmen dazu animieren, ihre Produkte umweltverträglicher auszulegen und eine Kreislaufwirtschaft aufzubauen. Solche Ansätze bieten zudem jedoch die Chance, serviceorientierte Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln, Stichwort "Servitization".

Serviceorientierte Modelle können der Umwelt nutzen und bieten Unternehmen neue Optionen – das Recht auf Reparatur kann diesen Trend beschleunigen.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Serviceorientierte Modelle können der Umwelt nutzen und bieten Unternehmen neue Optionen – das Recht auf Reparatur kann diesen Trend beschleunigen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Der Weg, den Industrieunternehmen und ihre Partner in den kommenden Jahren einschlagen müssen, ist klar: weg vom linearen Modell, das sich auf das Entwickeln, Produzieren, Verkaufen und Entsorgen von Produkten beschränkt; hin zu Konzepten, die eine hohe Lebensdauer von Konsum- und Investitionsgütern sowie eine umfassende Wiederverwertung der verwendeten Materialien sicherstellen.

Dieser Trend ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass Industrieunternehmen ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren möchten. Auch die neuen Ökodesign-Regelungen der Europäischen Union, die seit dem 1. März 2021 in Kraft sind, verlangen, dass neue Produkte einfacher repariert werden können. Dazu zählen Konsumgüter wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Bildschirme, aber auch Komponenten, die gewerblich genutzt werden. Dies sind beispielsweise Kühlgeräte, Netzteile, Transformatoren und Schweißgeräte. Dieses Recht auf Reparatur sieht vor, dass die Produkte so gestaltet werden, dass sich Komponenten mit herkömmlichen Werkzeugen zerstörungsfrei demontieren und austauschen lassen. Außerdem müssen die Hersteller Ersatzteile bereitstellen, und das je nach Gerät sieben bis zehn Jahre lang.