Zero Trust und Identitätsmanagement
Wenn die IT-Sicherheit von innen gefährdet ist

Ein Gastbeitrag von Philipp Latini* 8 min Lesedauer

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Cyber-Attacken auf Unternehmen sind längst an der Tagesordnung. Das Risiko externer Angriffe ist sehr hoch. Trotzdem dürfen Gefahren aus dem Inneren der Firmen nicht außer Acht gelassen werden. Mit Zero Trust als Sicherheitsprinzip lässt sich diese Bedrohung reduzieren.

Das Management von Benutzeridentitäten (IAM) ist einer der Eckpfeiler von ausgeklügelten Zero-Trust-Modellen.(Bild:  Sivis)
Das Management von Benutzeridentitäten (IAM) ist einer der Eckpfeiler von ausgeklügelten Zero-Trust-Modellen.
(Bild: Sivis)

Laut Data Breach Investigations Report 2022 gehen 82 Prozent der Sicherheitsverletzungen in Unternehmen auf menschliches Versagen zurück. Um dieses Risiko zu minimieren, sollten Zero Trust und ein damit einhergehendes Identitäts- und Zugriffsmanagement mehr als eine Überlegung wert sein. Doch Zero Trust ist keine Lösung, die Firmen einfach implementieren könnten, sondern ein Security-Prinzip, das – über die IT-Abteilung hinaus – unternehmensweit zu etablieren ist.

Wie groß und zugleich unterschätzt die Gefahr aus den eigenen Reihen ist, zeigt die Studie Cyber Security 2022. Im Mittelpunkt steht eine Erkenntnis: Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen der Einschätzung der Unternehmens- und IT-Entscheider, dass Cyber-Attacken aus der eigenen Belegschaft hochgefährlich sind, und der Erwartungshaltung, dass Innentäterangriffe doch eher unwahrscheinlich sind. Der Studie zufolge sind 56 Prozent der befragten Unternehmen bereits einer Insider-Attacke zum Opfer gefallen. Dabei legen die Mitarbeitenden zumeist keinerlei kriminellen Absichten an den Tag, sondern werden Opfer von Social Engineering: Sie geben zum Beispiel Unternehmensdaten, Account-Informationen oder sensible Geschäftsgeheimnisse an Unbefugte weiter. In den meisten Fällen geschieht dies, ohne dass der Beschäftigte es überhaupt bemerkt – etwa, weil er den Link in einer perfekt gefälschten E-Mail klickt. Vor diesem Hintergrund sind Angriffe aus dem Inneren eine sehr reale Bedrohung. Das Dilemma: Lediglich 18 Prozent der Firmen sind sich dieser Risiken bewusst.