Offene Automation
So geht Automatisierung in 2022: Herstellerunabhängig und softwarezentriert

Von Sebastian Human 7 min Lesedauer

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Steht die industrielle Automatisierung über 50 Jahre nach Erfindung der SPS vor einem Paradigmenwechsel? Enorme Rechenleistung und hohe Datenübertragungsraten machen 2022 möglich, wovon Ingenieure träumen: eine vollkommen herstellerunabhängige und rein softwarebasierte Automatisierung.

Markiert das Jahr 2022 über 50 Jahre nach Erfindung der SPS eine Zäsur in der Automatisierung?(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Markiert das Jahr 2022 über 50 Jahre nach Erfindung der SPS eine Zäsur in der Automatisierung?
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Noch immer wird die Automatisierungswelt von geschlossenen Systemen dominiert. Steuerungen unterschiedlicher Hersteller sind nicht miteinander operabel und die Software des einen Anbieters läuft nicht auf der Hardware eines anderen. Angesichts der Möglichkeiten, die sich auf Basis IIoT-basierter Vernetzung und intelligenter Softwarelösungen, zum Beispiel für die Datenauswertung bieten, wirkt dieser Zustand zunehmend anachronistisch. Denn gerade den Anwendern der proprietären Automatisierungstechnik entgehen damit wertvolle Wettbewerbsvorteile, die in puncto Effizienz, Flexibilität und Engineering schon heute nutzbar wären.

Doch Automatisierung lässt sich auch anders denken: Rasant wachsende Rechenleistung selbst in vermeintlich einfachen Feldgeräten sowie höhere Datenübertragungsraten schaffen heute eine völlig neue Ausgangslage. Für Fachleute wie Michael Gieselmann, Produktmanager bei Schneider Electric, ist deshalb klar: „Um auch in Sachen Automatisierung Industrie 4.0-fähig zu werden, braucht es einen Ansatz, der dem neusten Stand unserer technologischen Entwicklung gerecht wird. Gerade auch wenn es darum geht, nachhaltigere und wettbewerbsfähige Anlagen im Sinne einer verantwortungsvollen, umweltbewussten Industrie zu entwerfen.“