Riesen-3D-Druck fürs All Bremer Start-up druckt große Unikate für die Raumfahrt

Quelle: Constructor University Bremen 2 min Lesedauer

Der sogenannte Raumfahrtinkubator „ESA BIC Northern Germany“ in Bremen unterstützt Start-ups bis zu zwei Jahre in ihrem Geschäftsaufbau. Das half auch dem Newcomer Nebulaform ...

Kommen große Bauteile bald aus einem speziellen 3D-Drucker vom Start-up Nebulaform? Wenn es nach den Inhabern geht, dann schon. Lesen Sie hier, was man sich dabei so alles überlegt ...(Bild:  NASA)
Kommen große Bauteile bald aus einem speziellen 3D-Drucker vom Start-up Nebulaform? Wenn es nach den Inhabern geht, dann schon. Lesen Sie hier, was man sich dabei so alles überlegt ...
(Bild: NASA)

Die Unterstützung von Start-ups durch den Raumfahrtinkubator geschieht sowohl mit maßgeschneidertem Training als auch mit einer finanziellen Förderung in Höhe von 50.000 Euro, heißt es. Der Inkubator ermöglichte es etwa, auch in der Raumfahrt mit spezifischen Anforderungen zu wachsen und bestehende Technologien weiterzuentwickeln, was auch dem aus der Constructor University Bremen hervorgegangenen Start-up Nebulaform zugute kam. Das Team will nämlich den selbst entwickelten, weltgrößten Delta-3D-Drucker für Bauteile der Raumfahrtindustrie nutzen und gleichzeitig einen 3D-Drucker für Anwendungen im Weltall fertigen. Der großformatige 3D-Druck sei ein Paradebeispiel dafür, wie aus der Grundlagenforschung industrielle Anwendungen entstehen können. Mit einem Druckbereich von bis zu 1,5 Metern im Radius und einer Druckhöhe von mittlerweile bis zu 3 Metern hat die Forschungsgruppe den Drucker zunächst mit Eigenmitteln entwickelt. Dann förderte die Kieserling-Stiftung das Projekt, wie es heißt. Anschließend wurde dem Ganzen mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des Exist-Programms geholfen. Im Rahmen des Bremer 3D-Ideenpreises wurde der Drucker schließlich als herausragende Innovation in der additiven Fertigung gewürdigt.

Mit Carbonfasern und Hightech-Kunststoffen mehr erreichen

Viele Bauteile in der Raumfahrt sind Einzel- und Sonderanfertigungen, oder werden nur in kleinen Stückzahlen hergestellt. Professor Yilmaz Uygun und sein Partner Serkan Özkan von Nebulaform sind aber davon überzeugt, das bestimmte Ausrüstungsgegenstände in der Raumfahrt bedarfsgerechter, schneller, günstiger und gewichtsoptimierter per 3D-Druck hergestellt werden können als durch übliche Verfahren. Ihren bestehenden Drucker wollen sie deshalb weiterentwickeln, was etwa durch die Nutzung von Carbonfasern oder Hochleistungskunststoffen geschehen soll, die auch bei Temperaturen von weit über 300 °C nicht schmelzen. Der Druckbereich soll bis auf 24 Kubikmeter erweitert werden. Damit, meint Uygun, „könnte man schon ein Auto drucken.“

Ein spezieller „Weltalldrucker“ ist das nächste avisierte Ziel

Nebulaform arbeitet auch an einem innovativen kleinformatigen Drucker auf einer rotierenden Achse, der im All eingesetzt werden kann, wie man erfahren darf. Klassische 3D-Drucker nutzen bisher die Schwerkraft aus, um ein Teil Schicht für Schicht additiv zu fertigen. In der Schwerelosigkeit funktioniert dieses Prinzip aber eben nicht. Eine nicht näher genannte Raumfahrtbehörde habe mit Blick auf den „Weltalldrucker“ bereits ihr Interesse bekundet. Schon im kommenden Jahr könnte das Gerät im Weltall erprobt werden, wie man betont. Wenn der Drucker sich im All bewähre, würden sich auch auf der Erde neue Geschäftsfelder erschließen. Von den Innovationen und den Erfahrungen im Inkubator werden übrigens auch die Studenten um Uygun profitieren: „Wir binden unsere aktuellen Forschungsergebnisse immer in die Lehre mit ein und diskutieren die Ergebnisse mit den Studenten.“ Lehre und Forschung gehen also Hand in Hand. Auch an Nebulaform sind zwei Studenten aus dem Studiengang Robotics and Intelligent Systems beteiligt, wie es abschließend heißt.

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