Künstliche Intelligenz Programmierte Verantwortung: Digitale Ethik und KI
Künstliche Intelligenz hat den Sprung in die Realität geschafft – und beeinflusst unser Leben immer stärker, fängt an, Entscheidungen für uns zu treffen. Damit unsere ethischen Standards mit dieser Entwicklung Schritt halten können, müssen sie Teil der DNA aller selbstlernenden Algorithmen und entscheidungsunterstützenden Systeme werden.
Do androids dream of electric sheep? Der Titel des vor einem halben Jahrhundert publizierten Science-Fiction-Romans von Philip K. Dick wirft eine interessante Frage auf: Haben Maschinen ein Bewusstsein? Erkennen sie Dinge, und sei es nur im Traum? 1968 waren Androide, also Roboter mit menschlichem Aussehen, pure Fiktion. 2019 sieht die Welt radikal anders aus: Humanoide Roboter wie auch körperlose, dafür umso intelligentere Algorithmen – sogenannte Künstliche Intelligenz (KI) – haben längst den Weg aus Büchern, Comics und Filmen hinaus in die Realität gefunden.
Damit stellt sich Dicks Frage umso dringlicher: Was geht in solchen Systemen vor? Träumen sie über ihresgleichen – oder doch vielleicht über ihre Erbauer? Der israelische Historiker und Beststeller-Autor Yuval Noah Harari gibt darauf eine ziemlich eindeutige – und zugegebenermaßen düstere – Antwort: In Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen und Eine kurze Geschichte der Menschheit schildert er, wie selbstlernende Algorithmen, gefüttert mit den grenzenlosen Datenmassen des Internets, irgendwann alles über uns wissen, auf jeden Fall mehr als wir selbst. Alles dreht sich im „Denken“ der KI laut Harari um den Menschen – und zwar mehr, als diesem lieb sein kann. Sie könnten also bald Unternehmen leiten und Länder regieren – und nur noch sehr wenige Menschen würden noch benötigt, um sie in ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen. Für den durchschnittlichen Homo Sapiens wäre in einer solchen Welt wohl bald kein Platz mehr, denn in der ethischen Ausstattung der künstlichen Intelligenz spielen Erwägungen wie Menschenrechte keine Rolle – wenn wir sie nicht in diesen Belangen „schulen“. In die gleiche Kerbe schlägt Jack Ma, Chef der B2B-Plattform Alibaba, für den es nur eine Frage der Zeit scheint, bis uns KI intellektuell in die Tasche steckt. Auch Bill Joy, früherer CTO von Sun Microsystems teilt diese Furcht, sehr drastisch dargestellt in seinem Aufsatz Warum die Zukunft uns nicht braucht.
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