Wi-Fi 7 als 5G-Alternative Industrievernetzung mit Hindernissen
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Wi-Fi 7 ist da und verspricht Datenübertragungen mit extrem hoher Bandbreite und äußerst geringer Latenz. Für die drahtlose Vernetzung von Produktionsumgebungen klingt das vielversprechend. Ist der neue Standard dafür schon bereit und ein Konkurrent für das bereits bewährte 5G?
Noch ist der WLAN-Standard 802.11be nicht final verabschiedet, doch da keine größeren Änderungen mehr zu erwarten sind, zertifiziert die Wi-Fi-Alliance bereits seit Jahresbeginn neue Geräte für Wi-Fi 7, wie der Standard gemeinhin bezeichnet wird. Im Consumer-Markt sind daher schon zahlreiche Accesspoints und Router verfügbar, die Wi-Fi 7 unterstützen und das Siegel tragen, weshalb viele Industrieunternehmen vor der Frage stehen, ob sich die Einführung der neuen WLAN-Generation auch für sie lohnt. Zumindest auf dem Papier klingt der Standard verheißungsvoll: Die gleichzeitige Nutzung von drei Frequenzbändern mittels Multi-Link Operation (kurz: MLO), bis zu 320 MHz breite Funkkanäle und ein verbessertes Modulationsverfahren sollen für einen theoretischen Datendurchsatz von bis zu 46 Gigabit pro Sekunde und Latenzen unter 5 Millisekunden sorgen. Darüber hinaus versprechen ein optimiertes Multi-User Multiple Input, Multiple Output (kurz: MU-MIMO) und Orthogonal Frequency-Division Multiple Access (kurz: OFDMA) stabilere Verbindungen, sodass sich Geräte in den Funknetzen nicht gegenseitig behindern.
Damit tritt Wi-Fi in größere Konkurrenz zu 5G, das bislang in vielen industriellen Anwendungsfällen gesetzt ist, in denen es vor allem auf hohe Zuverlässigkeit, Bandbreite und Echtzeit-Reaktionen ankommt. Da Unternehmen zudem mit WLAN-Technologien üblicherweise mehr Erfahrung haben als mit Mobilfunk und diese in der Regel auch kostengünstiger sind, könnte Wi-Fi 7 eine echte Alternative werden – langfristig gesehen. Denn einige Features und Funktionen des Standards sind noch Zukunftsversprechen, die erst mit dem für Ende 2025 erwarteten Release 2 eingelöst werden. Außerdem fehlt es bislang an industrietauglichen Geräten, sowohl auf Client- als auch auf Access-Point-Seite, und daran wird sich voraussichtlich so schnell auch nichts ändern. Die bereits verfügbaren Consumer-Geräte sind für den Einsatz in der Produktion jedoch ungeeignet, da die Technik dort nicht nur robust sein, sondern auch viel höhere Anforderungen hinsichtlich Zuverlässigkeit und Stabilität erfüllen muss.
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