Expertenbeitrag

 Detlev  Spierling

Detlev Spierling

Inhaber, PR- & Redaktionsbüro SPIERLING

Use Case
Mit Low-Code seetüchtig für die digitale Transformation

Von Detlev Spierling 8 min Lesedauer

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Digitale Transformationsprozesse werden in Unternehmen häufig durch zu lange Entwicklungszeiten ausgebremst. Dieses Dilemma lässt sich per Low-Code-Development lösen. Für diesen Ansatz hat sich vor kurzem die Reederei-Gruppe Hartmann entschieden.

Um ihre Geschäftsprozesse weiter zu digitalisieren und einen großen Teil ihrer heterogenen Applikationslandschaft zu modernisieren beziehungsweise zu harmonisieren, setzen die Schifffahrtsexperten auf eine Low Code-Entwicklungsplattform.(Bild:  Spierling / Hartmann-Gruppe)
Um ihre Geschäftsprozesse weiter zu digitalisieren und einen großen Teil ihrer heterogenen Applikationslandschaft zu modernisieren beziehungsweise zu harmonisieren, setzen die Schifffahrtsexperten auf eine Low Code-Entwicklungsplattform.
(Bild: Spierling / Hartmann-Gruppe)

Mit einem starken Netzwerk maritimer Spezialunternehmen und einer Flotte von mehr als 150 Schiffen gehört die Hartmann-Gruppe zu den führenden Reedereien weltweit und bietet Dienstleistungen über die komplette Wertschöpfungskette der Seeschifffahrt an. Die Fachbegriffe hierfür lauten Shipowning, Bereederung, Befrachtung, technisches Management, Crewing und Training. Die breit aufgestellte Flotte der Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Leer (Niedersachsen) umfasst Gastanker, Produktentanker, Bulker, Containerschiffe, Mehrzweckschiffe und pneumatische Zementfrachter.

Das Unternehmensnetzwerk will und muss schneller und flexibeler auf sich wandelnden Kundenanforderungen reagieren und dafür seine internen Prozesse optimieren sowie die notwendigen IT-Systeme modernisieren. Deshalb haben die Schifffahrtsexperten vor kurzem einen großen digitalen Transformationsprozess gestartet, der am Ende nahezu alle Funktionsbereiche betreffen und auch verändern wird.
Im Fokus steht dabei unter anderem ein wichtiges Kernsystem der maritimen Wirtschaft – genannt Crewing & Payroll. Die Bezeichnung steht für ein branchentypisches und hoch spezialisiertes Personal-Managementsystem. Es muss sowohl den Vorgaben der Flaggen-Staaten, der Regulierungsbehörden wie dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie als auch der nationalen Klassifikationsgesellschaften entsprechen, die Schiffe überwachen und kontrollieren – unter anderem hinsichtlich ihrer Seetüchtigkeit als Basis für Schiffs- und Ladungsversicherungen. Mit einer solchen komplexen IT-Lösung werden unter anderem auch die so genannten Tauglichkeitszeugnisse der Seeleute verwaltet, die Heuerverträge erstellt, die Arbeitszeiten auf den Schiffen erfasst, Besatzungslisten ausgegeben und verarbeitet. Dabei unterscheidet man allgemein nach vier Nutzerklassen: nach den Seeleuten daheim, den Bord-Besatzungen, den Büromitarbeitern, wie zum Beispiel Crewing Operatoren, und den Schiffseignern, die über ein Kunden-Portal angebunden werden.