Deutscher Ethikrat

Können Maschinen Verantwortung übernehmen?

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Die Entwicklung und der zunehmende Einsatz autonomer Systeme seien zwar wünschenswert, „aber ethisch nur unter der Bedingung vertretbar, dass autonomen Systemen keine mentalen und speziell personalen Eigenschaften zugeschrieben“ würden. Eine starke künstliche Intelligenz sei zudem sogar technikfeindlich, da man wirklich intelligenten Maschinen konsequenterweise Rechte und Würde zugestehen müsse, die ihrer Instrumentalisierung enge Grenzen setzen würden.

Maschinen haben (noch) keine Rechtspersönlichkeit

Die Juristin Christiane Wendehorst von der Universität Wien ergänzte, dass im derzeit geltenden Recht Maschinen selbst dann keine Rechtspersönlichkeit zukomme, wenn sie mit fortgeschrittener künstlicher Intelligenz ausgestattet sind. „Sie sind daher auch nicht Adressaten rechtlicher Regelungen und können weder ‚dürfen‘ noch ‚nicht dürfen‘“, so Wendehorst.

Regelungsadressaten seien vielmehr die Menschen oder juristischen Personen, die Maschinen herstellen, verkaufen und nutzen. Wie Nida-Rümelin hielt auch sie eine Entwicklung hin zur e-person nicht für wünschenswert – eine Einschätzung, der aus dem Publikum teilweise widersprochen wurde.

Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmer in vier parallel stattfindenden Foren über autonome Systeme in verschiedenen Anwendungsfeldern. Es ging um selbstfahrende Autos, Medizinmaschinen und Pflegeroboter, das vernetzte Heim und autonome Waffensysteme – in letztgenanntem Forum sprach u. a. der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner.

Der Mensch und seine Autonomie müssen im Mittelpunkt bleiben

In allen Foren wurde deutlich, dass entgegen einer Tendenz, den Menschen zum Objekt der autonomen Systeme zu machen, der Mensch und seine Autonomie im Mittelpunkt bleiben müssen. In ihrem abschließenden Vortrag beurteilte die Schriftstellerin Thea Dorn die Anwendung von Begriffen wie Intelligenz, Autonomie und Lernen auf Maschinen als überaus problematisch, da diese zu „den Königstugenden des Menschen“ gehörten.

Bei der Automatisierung von Maschinen hingegen ginge es in erster Linie darum, diese zu gut funktionierenden Helfern abzurichten. Angesichts einer Tendenz zur geistigen Trägheit, wenn allzu viele Kompetenzen an Maschinen abgetreten werden, forderte Dorn „persönlichkeitsbildende Fitnessbänder“ um individuelle und gesellschaftliche Resilienzen zu bilden.

Dieser Beitrag wurde zuerst auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis veröffentlicht.

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