Wissenschaftsjahr 2019
KI in der Logistik: Wohin mit all den Daten?

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 5 min Lesedauer

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Die Voraussetzungen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Logistikbranche werden immer besser: Vielen Akteuren stehen heute riesige Datensätze zur Verfügung – aus eigener Erhebung oder anderen Quellen. Probleme entstehen dann, wenn es an den praktischen Anwendungsfall geht. Dort überwiegt noch die Vorsicht.

Links im Vordergund: Vakuum-Isolierpaneele von Va-Q-Tec. Produkte dieses Unternehmens halten Temperaturen konstant, um eine bessere Lebensqualität zu schaffen – auch mithilfe von KI.(Bild:  Va-Q-Tec)
Links im Vordergund: Vakuum-Isolierpaneele von Va-Q-Tec. Produkte dieses Unternehmens halten Temperaturen konstant, um eine bessere Lebensqualität zu schaffen – auch mithilfe von KI.
(Bild: Va-Q-Tec)

„Die Morgendämmerung industrieller künstlicher Intelligenz findet in der Logistik statt. Logistik ist vollständig algorithmierbar, es liegt ihr gewissermaßen in den Genen“, sagte Michael ten Hompel, Professor für Förder- und Lagerwesen an der TU Dortmund, in einem Interview. Die Logistik – inklusive Supply-Chain-Management – ist seiner Ansicht nach also geradezu prädestiniert für KI-Anwendungen. Und auch die Branche selbst teilt diese Auffassung: 80 % der Befragten einer Studie des Aachener Softwarehauses Inform schätzen KI als wichtiges Zukunfts- und Innovationsthema ein. Gleichzeitig setzen jedoch nur 26 % Künstliche Intelligenz in ihren logistischen Prozessen ein. An fehlenden Daten kann es nicht liegen.

Eigene Datenerhebung: Check

Denn hier ist die Logistik gut aufgestellt. Dies zeigte nicht zuletzt schon die Logimat 2018, wo unter anderem die European Pallet Association e. V. (EPAL) ihre intelligente Palette vorgestellt hat. Ein kleiner Tracker sammelt dort Daten zu Bewegung, Schockeinwirkungen und Temperaturverlauf, während ein wasserfester Sensor Stöße, Lage, Kippwinkel und Beschleunigung registriert. Für den Datenzugang in der Logistik ein Riesenschritt, denn: „Die Logistik steht auf Paletten. Diese intelligent zu machen, heißt die Logistik intelligent zu machen“, so ten Hompel auf der Messe. Doch nicht nur der Betreiber des größten offenen Palettenpools, sondern auch Logistikakteure selbst statten Ladungen zunehmend mit Sensorik aus.