Kundennutzen im Fokus
IIoT: Spannung zwischen Maschinenbauer und Anlagenbetreiber auflösen

Ein Gastbeitrag von Thilo Döring* 7 min Lesedauer

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Digitalisierung befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen Endkundenakzeptanz einerseits und sinnvollen Serviceangeboten von Maschinenbauern andererseits. Richtig angewendet eröffnet das Industrial Internet of Things aber zahlreiche Vorteile für alle Beteiligten.

Fernzugriffe stehen im Spannungsfeld zwischen Endkundenakzeptanz und Serviceangeboten der Maschinenbauer.(Bild:  Montage HMS auf Basis Gorodenkoff - shutterstock.com)
Fernzugriffe stehen im Spannungsfeld zwischen Endkundenakzeptanz und Serviceangeboten der Maschinenbauer.
(Bild: Montage HMS auf Basis Gorodenkoff - shutterstock.com)

Das Industrial Internet of Things bietet fantastische Aussichten: Maschinenbauer könnten z. B. über Fernzugriff schneller auf Probleme reagieren, Reisekosten sparen und damit Service günstiger anbieten, neue Geschäftsmodelle entwickeln oder höhere Kundenzufriedenheit generieren. Anlagenbetreiber wiederum würden von besseren Anlagenverfügbarkeiten, optimierten Prozessen und damit einhergehenden Energieeinsparungen sowie vom Support durch externe Experten u.v.m. profitieren. Dennoch geht die praktische Umsetzung des IIoT nur zögerlich vonstatten. Bedenken gibt es bei Maschinenbauern, Anlagenbetreibern und im Management gleichermaßen. Ließen sich diese durch einfach zu integrierende, aber zugleich sichere Lösungen vertreiben, entstünde eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Wie kann das gelingen? Der erfolgreiche Weg zur IIoT-Integration lautet: Groß träumen, pragmatisch starten.

Das Spannungsfeld, in dem sich Maschinenbauer und Anlagenbetreiber im Hinblick auf die Digitalisierung befinden, lässt sich gut an einem Alltagsbeispiel erläutern: Autofahrer sind in der Regel nicht begeistert, dem Hersteller über ihre Fahrgewohnheiten oder sonstiges Nutzerverhalten Auskunft zu geben. Dennoch verfügen moderne Autos über eine Internetverbindung. Sie ermöglicht es beispielsweise, dass die Fahrer aktuelle Verkehrsinformationen wie Staumeldungen in Echtzeit erhalten. Die passende Fahrzeug-App gibt es für Modelle neueren Baujahrs meist gleich dazu. Mit ihr lässt sich zum Beispiel der Standort des Autos ermitteln, Fenster können geöffnet und geschlossen, Türen ver- oder entriegelt werden. Auch das Abfragen des Tankinhalts oder Akkuladestands und der damit verbundenen Restreichweite ist eine nützliche Funktion – bei E-Autos gerne in Verbindung mit Anzeige der nächsten Ladestation. Je nach App sind zusätzliche Motorinformationen wie Beschleunigung, Motorlast, Öl- und Wassertemperatur abrufbar. Insgesamt sind das also Dinge, die den Fahrzeugnutzern so manchen Nutzen bieten.