3D-Druck-Kolumne // Februar
Die wichtigste, aber unterschätze Fähigkeit im 3D-Druck

Von Johannes Lutz 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ein großer Irrglaube in der additiven Fertigung ist es, zuerst alles wissen zu müssen, bevor man beginnen kann. Das führt bei vielen angehenden Anwendern zu Stress und Überforderung. Die wichtigste Fähigkeit besitzen jedoch nicht einmal eingefleischte 3D-Druck Profis.

Noch immer sitzen all zu viele AM-Interessierte dem Fehlglauben auf, man müsse die Technik hinter der Fertigungsmethode bis ins letzte Detail verstehen, um damit erfolgreich zu sein.(Bild:  3D Industrie GmbH)
Noch immer sitzen all zu viele AM-Interessierte dem Fehlglauben auf, man müsse die Technik hinter der Fertigungsmethode bis ins letzte Detail verstehen, um damit erfolgreich zu sein.
(Bild: 3D Industrie GmbH)

In erster Linie muss 3D-Druck im Unternehmen Geld verdienen oder Geld einsparen, so der Wunsch vieler Geschäftsführer und Inhaber. Das ist jedoch ganz oft nicht der Fall, weil das Werkzeug 3D-Druck komplett falsch verstanden und angewendet wird.
Sehr oft liegt das Problem nicht in der Drucktechnologie, der Materialien oder der Konstruktion, sondern am (Irr-)Glauben des Anwenders, es besser zu wissen als der Drucker oder die Gesetze der Physik. Nach meiner Beobachtung hat das viel mit Egoismus und dem Ignorieren von Regeln zu tun – oft geht es einfach darum, zu beweisen, dass man recht hat.

Wie auch bei vielen anderen digitalen Technologien liegt es am Menschen, diese richtig zu nutzen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Da jedoch das gewünschte Ergebnis beim 3D-Druck viel zu tief angesetzt wird oder grundlegend falsch ist, kann der 3D-Drucker die Leistung nicht erbringen, die erwartet wird. Dabei ist es von Nachteil, den Drucker nur einmal im Jahr zu verwenden und dann zu glauben, man müsse jetzt Topologie-optimierte Raketenteile fertigen – ungeachtet dessen, ob das eigene Unternehmen überhaupt Raketen baut.