Security
Die Schatten-IT auf Smartphone & Co. wird zur Achillesferse für die Sicherheit

Von Dr. Hermann Granzer* 4 min Lesedauer

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Mitarbeiter, die für Kommunikation und Datentransfer mangels offizieller Lösungen auf unautorisierte Apps zurückgreifen, machen es Angreifern leicht. Damit wird die mobile Schatten-IT gerade für KRITIS-Unternehmen zu einem großen Problem. Was zu tun ist.

Smartphones und Tablets sind immer ein Sicherheitsrisiko. Mit einer Container-Lösung erhalten KRITIS-Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Smartphones und Tablets sind immer ein Sicherheitsrisiko. Mit einer Container-Lösung erhalten KRITIS-Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Nach Cyberangriffen auf Krankenhäuser ist die öffentliche Bestürzung groß. Erst im September 2020 hatte ein Malware-Befall an der Uniklinik Düsseldorf tödliche Konsequenzen, weil eine Patientin durch den Zusammenbruch der IT-Systeme nicht unverzüglich behandelt werden konnte und in ein anderes Krankenhaus transportiert werden musste. Ein Jahr zuvor sorgte ein Computerwurm dafür, dass am Klinikum Fürth tagelang die IT-Systeme ausfielen und keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden konnten.
Krankenhäuser und andere Einrichtungen des Gesundheitswesen sind längst ins Visier von Cyberkriminellen geraten. Aber auch andere Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS), sprich Dienstleister im Bereich Strom, Wasser, Telekommunikation oder Verkehr, sind für Hackerinnen und Hacker ein lohnendes Ziel. Denn die zu erbeutenden Daten sind kostbar für Erpressungen, da die Konsequenzen für die Grundversorgung von Millionen von Menschen im Falle einer Störung weitreichend sind.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) spricht deshalb in seinem jüngsten Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland eine eindringliche Warnung aus. Die Anzahl der Schadprogramme übersteigt mittlerweile die Milliardengrenze, allein im Berichtszeitraum zwischen Juni 2019 und Mai 2020 sind 117,4 Millionen neue Varianten bekannter Malware hinzugekommen. Die Summe der Angriffe auf KRITIS-Unternehmen wiederum hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Als eine Folge kursieren im Netz beispielsweise Patientendaten im zweistelligen Millionen-Bereich, die frei einsehbar sind. Durch die Auswirkungen von Corona, konkret durch die vermehrte Arbeit im Homeoffice, kamen 2020 zahlreiche neue Angriffspunkte hinzu.