Expertenbeitrag

 Nicole Segerer

Nicole Segerer

Vice President, Product Management & Marketing, Revenera / Flexera

IoT & eHealth
Das Risiko von Open Source im IoMT

Von Nicole Segerer 6 min Lesedauer

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Mit dem Internet of Medical Things (IoMT) steht dem Gesundheitswesen ein grundlegender Wandel bevor. Unternehmen können hier unter Einsatz von Open Source innovative Lösungen schneller entwickeln und auf den Markt bringen, solange sie dabei Sicherheits- und Compliance-Risiken berücksichtigen.

Die IoMT-Branche muss mit dem Open-Source-Quellcode transparent und regelgerecht umgehen.(Bild:  gemeinfrei / Unsplash)
Die IoMT-Branche muss mit dem Open-Source-Quellcode transparent und regelgerecht umgehen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Der zunehmende Einsatz von Software macht Medizinprodukte smart – von Fitness-Wearables und Apps über Herzschrittmacher oder Neuroprothesen bis hin zu In-Home Monitoring-Systemen. Das Internet of Medical Things (IoMT) verspricht vor allem aber auch eine enorme Entlastung des Gesundheitswesens, dessen Kosten von Jahr zu Jahr steigen. Ein Grund dafür ist die wachsende Bevölkerung, die zudem immer älter wird und unter mehreren alterstypischen Begleiterkrankungen leidet. Der Anteil der über 65-Jährigen soll sich bis 2050 verdoppeln, die weltweiten Gesundheitsausgaben bis 2020 allein auf insgesamt 8,7 Billionen US-Dollar steigen. Ohne einen radikalen Wandel und den breiten Einsatz von innovativen Technologien wird die Gesundheitsversorgung in vielen Ländern nicht mehr finanzierbar sein.

Die Medizintechnik übernimmt hier eine wesentliche Rolle, um Kosten zu senken und die Versorgung sicherzustellen. Neue Technologien in Form von Embedded Software und die Nutzung von Daten im Kontext von KI und Machine Learning gelten als Schlüssel der digitalen Transformation im Medizin- und Healthcare-Sektor. IoMT-Systeme und -Software ermöglichen es, Geräte dort bereitzustellen, wo sie gebraucht werden, Kosten zu managen und zu reduzieren und basierend auf Datenerfassung und -analyse eine bessere und schnellere Behandlung anzubieten. Während also beispielsweise die Krankenhaus-IT reibungsloser und effektiver arbeitet, können Ärzte und Pfleger unmittelbar auf Patientendaten zugreifen und sich auf intelligente technische Helfer verlassen. Auch der wachsende Trend zur Telegesundheit („Telehealth“) verspricht Kosten zu reduzieren und den Patientenkomfort zu verbessern. Das reicht von Patientenportalen und der interaktiven Kommunikation mit Ärzten bis zu Remote-Monitoringsystemen in den eigenen vier Wänden. So ist es nicht überraschend, dass der Markt für softwaregetriebene medizinische Geräte bis 2022 auf 48,3 Milliarden US-Dollar steigen wird.