Kommentar
5G kommt 2019 – wird das IIoT wirklich bald Realität?

Von Lisa Marie Waschbusch 4 min Lesedauer

5G war eines der großen Themen des vergangenen Jahres. Jetzt gehen die Diskussionen in die nächste Runde, die Versteigerung der Frequenzen soll im kommenden Frühjahr über die Bühne gehen. Was das Aufkommen des neuen Mobilfunkstandards für das IIoT bedeutet und warum es auch echte Alternativen gibt.

Im Frühjahr werden die Frequenzen des neuen Mobilfunkstandards vergeben.(Bild:   / CC0)
Im Frühjahr werden die Frequenzen des neuen Mobilfunkstandards vergeben.
(Bild: / CC0)

Einer der am schnellsten wachsenden Märkte für mobile Konnektivität ist derzeit das industrielle Internet der Dinge (IIoT). Die großen Mobilnetzbetreiber setzen dabei vor allem auf das Potenzial von 5G, das neue leistungsfähige Datennetz, das 2019 und in den Folgejahren stetig ausgebaut werden soll. Derzeit läuft es jedoch noch nicht rund für 5G. In den vergangenen Monaten hat sich die Debatte um die Lizenzvergabe weiter verschärft. Zudem werden die hohen Einrichtungskosten bemängelt und der sich in die Jahre ziehende Ausbau, der letztlich keine lückenlose Abdeckung so schnell hervorbringen wird. Erste 5G-Inseln könnte es 2019 geben, bis 2022 ist jedoch nicht mit einer halbwegs flächendeckenden Verfügbarkeit in Deutschland zu rechnen. Für sehr lange Zeit wird der neue Standard Ballungszentren vorbehalten sein. Dies bedeutet schlechte Karten für Unternehmen in ländlichen Regionen, die sich von 5G eine Alternative zu den teilweise sehr langsamen DSL-Verbindungen erhoffen.

Das IIoT wächst, aber nicht wegen 5G

Zwischenzeitlich wächst das IIoT, aber nicht wegen 5G, wie es die Netzbetreiber gerne propagieren, sondern auf Basis bereits verfügbarer Konnektivitätsoptionen. 5G wird erst in einigen Jahren neue (I)IoT-Anwendungen ermöglichen, die eher datenintensiv und tendenziell auch energieintensiv sind. Dabei steht die Nutzung mobiler intelligenter Consumer-Geräte im Vordergrund, wobei geschäftliche Nutzer ebenso vom Bandbreitenzuwachs profitieren werden. Das IIoT braucht jedoch nicht zwangsläufig die Bandbreiten von heute 4G/LTE oder morgen sogar 5G, da die meisten vernetzten „Dinge“ nur alle 15 Minuten ein paar Bytes an Daten austauschen.