Campusnetze
5G in Unternehmen: Mehr Wissens- als Funklöcher

Ein Gastbeitrag von Dr. Claudius Noack* 5 min Lesedauer

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Eine aktuelle Umfrage ließ kürzlich aufhorchen. Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen soll bereits 5G nutzen. Ist auch die industrielle Nutzung innerhalb weniger Monate so stark angestiegen? Die Zahlen zeigen vor allem eines: Beim Thema 5G gibt es noch viel Aufklärungsbedarf.

Bei der Entscheidung für oder gegen den Aufbau eines eigenen 5G-Netzes ist es wichtig, von der Anwendung her zu denken.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Bei der Entscheidung für oder gegen den Aufbau eines eigenen 5G-Netzes ist es wichtig, von der Anwendung her zu denken.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Erst vor wenigen Monaten zeigte eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom, dass die Industrie 5G bei der Digitalisierung von Prozessen im Blick hat. 26 Prozent wollen ein 5G-Campusnetz aufbauen oder haben das schon getan. Nun sagt eine aktuelle Umfrage, dass bereits 49 Prozent der Unternehmen in Deutschland 5G nutzen. Das wäre eine rasante Entwicklung – doch hier scheint ein Missverständnis vorzuliegen. Denn 5G bedeutet mehr als die Nutzung schneller Smartphones im öffentlichen Mobilfunknetz und das ruckelfreie Abspielen von Videos. Im Rahmen von Industrie 4.0 kann der Funkstandard die Effizienz produzierender Unternehmen deutlich steigern und dabei helfen, IoT-Anwendungen zu realisieren, bei denen kabelgebundene Netze unwirtschaftlich sind und WLAN an seine Grenzen stößt.

Angesichts der Tatsache, dass der 5G-Standard bereits 2019 offiziell an den Start ging, kommt der Aufbau sogenannter Campusnetzwerke in der Industrie bisher allerdings nur langsam voran. Viele Entscheidungsträger zögern noch. Sie können sich nicht vorstellen, welche Vorteile ein privates 5G-Netz gegenüber dem öffentlichen 5G-Angebot oder WLAN bietet und wie sie diese für ihr Unternehmen nutzen können. Wo liegen also die Unterschiede zwischen den verschiedenen Netzen?