Fraunhofer-Tag der Blockchain-Technologie
Zwischen Logistik und Bundesblockchain: Eine Kette voller Möglichkeiten

Von Sebastian Human 4 min Lesedauer

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Viel wird über das Thema Blockchain und deren Potenziale gesprochen, doch wie steht es um die reale Entwicklung in Industrie und Politik, welche Erfolge sind zu vermelden, wo liegen noch Probleme? Eine Veranstaltung von Fraunhofer IUK und Partnern ging diesen Fragen nach.

Der Opening Talk mit Andreas Meuer (Vorstand Finanzen und Digitalisierung der Fraunhofer-Gesellschaft), Dr. Helge Braun (Chef des Bundeskanzleramts und Bundesminister für besondere Aufgaben) und Prof. Dieter Kempf (Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V.). (Bild:  Vogel Communications Group)
Der Opening Talk mit Andreas Meuer (Vorstand Finanzen und Digitalisierung der Fraunhofer-Gesellschaft), Dr. Helge Braun (Chef des Bundeskanzleramts und Bundesminister für besondere Aufgaben) und Prof. Dieter Kempf (Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V.).
(Bild: Vogel Communications Group)

Als Tool beispielsweise für abgesicherte Anwendungen verteilter Systeme wird dieser speziellen Architektur der Distributed Ledger Technik vielfältiges Potenzial auch für die Industrie 4.0 zugesprochen. Trotzdem reicht der Einsatz im Praxisalltag bisher nur selten über Testprojekte hinaus. Im Kontext der Blockchain-Strategie der Bundesregierung lud der Fraunhofer Verbund IUK-Technologie in Kooperation mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) und der Gesellschaft für Informatik (GI) daher am 05.11. ins Berliner SpreePalais zum Tag der Blockchain-Technologie.

Hat sich die Blockchain verfangen?

Nach einem einführenden Tutorium, dass sich gezielt auch an Themenneulinge richtete und auf anschauliche Art die Funktionsweise der Blockchain erklärte, folgte die Fachkonferenz, die sich unter anderem damit befassen sollte, ob es Gründe für die gefühlte Stagnation bei der flächendeckenden Einführung gibt. Als Aufwärmübung zum Opening Talk hatte das Publikum daher via Echtzeit-Abstimmung die Möglichkeit, Einschätzungen zu den größten Potenzialen und Hürden der Blockchain abzugeben. Die Ideen waren vielfältig, doch als die drei dominierenden Einsatzgebiete kristallisierten sich deutlich Logistik, Supply Chain und Identitätsmanagement heraus. Auf weiteren Plätzen fanden sich die Bereiche Mobilität und Verwaltung. Bei möglichen Hürden, identifizierten über 40 % der Befragten fehlende Standardisierungs- beziehungsweise Rechtsrahmen als größtes Hemmnis bei Planung und Umsetzung von Blockchain basierten Anwendungen. Auf dem zweiten Platz landete die Aussage, dass der Nutzen für das jeweilige Business nicht erkennbar sei sowie die irrtümliche Gleichsetzung von Blockchain mit Krytowährungen, was zu Skepsis gegenüber der Technologie und mangelnder Akzeptanz führe. Probleme bei der Implementierung fanden sich auf Platz Drei der Schwierigkeiten, die Einschätzung, dass es sich dabei lediglich um einen Hype handle landete auf dem letzten Platz.