Kommentar
Zukunftsmusik Industrie 4.0: Deutschland hat versagt

Ein Gastkommentar von Andreas Funkenhauser* 6 min Lesedauer

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Industrie 4.0 gilt als die Lösung für nahezu alle Probleme der Logistikbranche. Es stimmt, Prozesse werden durch Automatisierung und Digitalisierung viel effizienter. Doch realistisch gesprochen stecken viele Unternehmen in Deutschland noch mitten in der Industrie 2.0.

Deutschland hat auf dem Weg zur Industrie 4.0 großen Nachholbedarf.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Deutschland hat auf dem Weg zur Industrie 4.0 großen Nachholbedarf.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Vor circa 80 Jahren hat sich Deutschland mit der Produktion von klassischen Industriegütern wie Maschinen und Fahrzeugen einen Namen als großer Industriestandort gemacht. Das produzierende Gewerbe hat dabei eine besonders relevante Rolle gespielt: Deutschland konnte Schwellen- und Transformationsländern das bieten, was sie für die Weiterentwicklung benötigt haben. Das Fragmentieren von Arbeitsschritten und die Entstehung neuer Technologien im Zuge der Industrie 2.0 und der zunehmenden Globalisierung gaben der Wirtschaft einen ordentlichen Schub. Nicht nur Großkonzerne, auch viele kleine- und mittelständische Unternehmen fingen an, internationale Märkte zu beliefern.

Doch deutsche Firmen machen das Rennen schon lange nicht mehr: 2023 belegt Deutschland nur noch Platz 18 von 21 in einem Ranking des Forschungsinstituts ZEW und ist damit als Industriestandort nicht länger Vorreiter. Obwohl sich Deutschland lange Zeit stark und schnell als Industriestandort etabliert hat, wurde die sukzessive Weiterentwicklung verschlafen. 2011, mit dem Start von Industrie 4.0, hat sich Deutschland durch die fehlende Digitalisierung und den mangelnden Einsatz neuer Technologien ins Aus gekickt. Zu lange lag der Schwerpunkt ausschließlich auf der Optimierung der Produktion und der Senkung der Produktionskosten.