Datenwirtschaft in der EU
Wieso der europäische Data Act ein Update braucht

Ein Gastbeitrag von MA Alexander Stark 5 min Lesedauer

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Der Data Act könnte eine große Chance für Europa sein. Doch dafür müssen manche der Regeln des Gesetzesvorhabens in den weiteren Verhandlungen grundsätzlich überarbeitet werden, die in ihrer jetzigen Form mehr Fluch als Segen für die Datenwirtschaft sind.

Mit dem Data Act steht in der EU das nächste große datenrechtliche Vorhaben an.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Mit dem Data Act steht in der EU das nächste große datenrechtliche Vorhaben an.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Europa und die USA verfolgen zwei grundlegend unterschiedliche Ansätze beim Umgang mit Daten. Während die USA der Datenwirtschaft weitgehend freien Lauf lässt, versucht die EU den Zugang und die Nutzung von Daten proaktiv durch den Rechtsrahmen zu gestalten. Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Dies zeigt nicht zuletzt die hitzige Debatte, ob sich die Datenschutzgrundverordnung zum Wettbewerbsnachteil für Europa oder weltweiten Standard entwickelt.

Mit dem Data Act steht das nächste große datenrechtliche Vorhaben an. Richtig ausgestaltet, bietet der Data Act die Chance, die europäische Datenwirtschaft effizienter und fairer zu gestalten und den unternehmensübergreifenden Datenfluss zu fördern. Das ist wichtig, da Daten – anders als Öl – keine endliche Ressource sind. Sie können mehreren Zwecken gleichzeitig dienen und verschiedenen Akteuren aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft zugutekommen – immer wieder und wieder. In der Realität jedoch sind die Nutzungsdaten von digital vernetzten Produkten wie smarten Fitnessgeräten, Industriemaschinen oder Fahrzeugen häufig nur für die Hersteller oder Betreiber verfügbar. Die Nutzer haben in vielen Fällen keinen Zugriff, obwohl sie direkt an der Datengenerierung beteiligt sind. Integrationslösungen können zwar technisch dazu befähigen, Datensilos aufzubrechen und neue Verknüpfungen zwischen den Daten herzustellen. Aber es braucht auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, die dies ermöglichen – rechtliche Rahmenbedingungen, die der Data Act schaffen könnte, um im Ergebnis zu mehr Innovationen und Wohlstand zu führen. Zahlen der EU gehen von einer zusätzlichen Bruttowertschöpfung in Höhe von 270 Milliarden Euro im Jahr 2028 aus.