In dieser wöchentlichen Serie dreht sich alles um die Entwicklung einer erfolgreichen IIoT-Plattform. In Teil 2 rücken wichtige Aspekte der Modellierung in den Fokus. Was muss man hinsichtlich des Betriebs und der Infrastruktur beachten?
Um den Aufbau einer IIoT-Plattform erfolgreich zu planen, sollte man einige zentrale Aspekte einkalkulieren.
In Teil 1 der Serie ging es um die Bedeutung des Geschäftsmodells für die Entwicklung eines IIoT-Angebots und es wurden die drei Varianten Lösungsanbieter, Technologiedienstleister und Plattformbetreiber vorgestellt.
In diesem Teil gehen wir einen Schritt weiter und diskutieren wichtige Aspekte bei der Modellierung einer IIoT-Plattform. Zentrale Aspekte dabei sind die passenden Werkzeuge für Entwickler, ein klar abgegrenztes Leistungsspektrum sowie ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell auf Basis einer soliden IT-Infrastruktur.
Prozesse automatisieren und das Profil der Plattform schärfen
Um für jedes Problem der Nutzer eine passende Lösung anbieten zu können, ist es wichtig, möglichst viele Entwickler für die Plattform zu gewinnen. Damit sich diese voll und ganz auf die Programmierung konzentrieren können, sollten sie in Bereichen wie Kunden- und Vertragsmanagement sowie Abrechnung und Integration in Fremdsysteme durch eine größtmögliche Automatisierung entlastet werden.
Neben den Werkzeugen für Entwickler, ist es außerdem wichtig, den Umfang der angebotenen Lösungen auf der Plattform vorab einzugrenzen. Schließlich ist es kaum möglich, alle Anwendungsfelder des Industrial Internet of Things vollumfänglich abzudecken.
Der Vorteil: Mit einer wachsenden Anzahl an Lösungen aus dem definierten Bereich werden zusätzliche Nutzer angezogen. Im Laufe der Zeit kann ein Schneeballeffekt entstehen: Entwickler gewinnen weitere Nutzer für ihre Anwendungen, weitere dieser Industriekunden ziehen neue Lösungsentwickler an. Genau diese Dynamik macht das enorme Geschäftspotenzial von Plattformen aus.
Um langfristig erfolgreich zu bleiben, muss sich das Plattform-Angebot jedoch auch von dem des Wettbewerbs unterscheiden. Es lohnt deshalb, sich auf Lösungen mit einer hohen Wertschöpfung zu konzentrieren, die spezielle, anspruchsvolle Probleme adressieren. Bei MindSphere, der IIoT Plattform von Siemens, beispielsweise liegt der Fokus auf wertschöpfenden Angeboten, die ein klares Resultat wie neue Geschäftsmodelle, Umsatzsteigerungen, höhere Produktivität oder bessere Produktqualität bieten.
Daten gezielt sammeln
Unternehmen glauben oft, dass sie alle nur denkbaren Daten sammeln sollten. Dafür bilden sie mit hohem Aufwand Data Lakes, die sich aus sehr vielen verschiedenen Quellen speisen. Häufig fehlt jedoch das Verständnis dafür, wofür die Daten eigentlich dienen sollen. Letztlich entstehen Datengräber, die hohe Kosten verursachen.
Daraus folgt: Die Datenerhebung und -speicherung allein hat keinen Geschäftswert und schafft kein Alleinstellungsmerkmal. Unternehmen sollten sich stattdessen darüber klar werden, welche Einblicke sie gewinnen wollen und welche Geschäftsergebnisse eigentlich erzielt werden sollen. Erst dann sollte mit der Anpassung und Optimierung der Prozesskette begonnen werden.
Unternehmen können damit starten, einen kleineren Datensatz zu analysieren um zu verstehen, ob damit die gewünschten Einblicke gewonnen werden können. Mit dieser Information ist es ihnen möglich, sich auf diejenigen Bereiche zu konzentrieren, die den größten Mehrwert bieten. Zudem lassen sich Verfügbarkeitszeiten und die Granularität der Daten mit dem Anwendungsfall in Einklang bringen. So ist es beispielsweise nicht immer nötig, Rohdaten im Nanosekunden-Takt bereit zu stellen.
Beim Aufbau einer IIoT-Plattform gibt es viele Aspekte, die man überein bringen muss. Eine Cloud-Umgebung kann beim Aufbau und Betrieb einer solchen Plattform einen Vorteil für alle Beteiligten bieten. Sie ist skalierbar und wächst praktisch mit den Anforderungen des Unternehmens mit. Außerdem müssen keine Vorabinvestitionen getätigt werden und Kosten entstehen nur nach tatsächlichem Verbrauch. Start-ups, aber auch größere Unternehmen profitieren von einem hohen Maß an operativer Qualität und Agilität.
Die Entwicklung in der Cloud ermöglicht es Firmen außerdem, auf bestehende Lösungen zurückzugreifen. Beispielsweise auf standardisierte Funktionen, die sich bereits bei anderen IIoT-Plattformen bewährt haben, etwa beim Gerätemanagement oder dem Schutz vor Distributed Denial-of-Service (DDoS)-Angriffen. Das verschafft ihnen Freiräume, sich auf ihre Alleinstellungsmerkmale zu konzentrieren.
Siemens beispielsweise entschied sich bei der Entwicklung und dem Betrieb ihrer Lösung für die AWS-Cloud. Das Angebot umfasst mehr als 175 Dienste, die als Bausteine für eine IIoT-Plattform dienen können. Zu den angebotenen Dienstleistungen gehören beispielsweise die Datenübernahme aus verschiedenen Industrieanwendungen, deren Speicherung, Übertragung und Verarbeitung. Hinzu kommen Funktionen wie das Gerätemanagement und die Echtzeitanalyse von Datenströmen.
Stand: 08.12.2025
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Eine umfangreiche Planung ist für den Aufbau eines IIoT-Angebots sehr wichtig. Dazu gehören vor allem die hier genannten Aspekte rund um den Betrieb und die Infrastruktur. Die Cloud hilft Unternehmen dabei, sich auf solche zentralen Geschäftsaspekte zu konzentrieren. Was beim Aufbau einer IIoT-Lösung mit Hilfe der AWS Cloud zu beachten ist, wird im nächsten Teil der Artikelserie näher beschrieben.
* Kathleen deValk arbeitet als Chief Architect Siemens MindSphere.