Swiss Business LunchWer in die hausinterne IT investiert, verschläft die Zukunft
Von
Jürgen Schreier
4 min Lesedauer
Starken Tobak bot Andy Fitze mit seinem Vortrag beim Swiss Business Lunch in der Schweizer Botschaft. „Hört auf in IT zu investieren!“ - so die Message des KI-Experten. IT sei Vergangenheit, da sie modernen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden könne. Sinnvoller sei es, in externe Lösungen zu investieren und in Dienstleister und Entwickler, die sich mit der Zukunft auskennen.
Britta Thiele-Klapproth, Leiterin des Swiss Business Hub Germany, und Andy Fitze, Pionier in Sachen Künstliche Intelligenz (KI) und Mitgründer der Firma SwissCognitive
(Bild: Swiss Hub Germany)
Andy Fitze nahm kein Blatt vor den Mund. Für den Schweizer KI-Experten ist die (hausinterne) IT Vergangenheit. Doch noch immer steckten die meisten Firmen viel Geld in "ihre" IT-Abteilung, die zur „eierlegenden Wollmilchsau verklärt wird“. Die hausinternen IT sei für alles verantwortlich vom E-Mail-Server bis hin zum Netzwerk, für die Telefonie, den Support, für Enterprise-Applikationen, Technologien, die Unternehmensarchitektur und Best Practice in der Projektleitung.
KI, Blockchain, Automatisierung sind die Themen der Zukunft
„Das ist alles nur Verwaltung. Vergangenheit. Bewahrung“, so Fitze. Denn die hausinterne IT könne den modernen Ansprüchen gar nicht mehr gerecht werden. Stattdessen sei es dringend notwendig, in externe Lösungen und Anwendungen zu investieren, in professionelle Dienstleister und Entwickler, die sich mit der Zukunft auskennen. „Die Zukunft ist KI, Blockchain, Automatisierung und vieles mehr“, zeigt sich Fitze überzeugt und stellt fest: „In der Schweiz hat diese Zukunft an sehr vielen Stellen schon begonnen.“
Für ihn ist die Eidgenossenschaft mittlerweile ist ein europäisches Epizentrum in Sachen KI und Vorbild für den Rest des Kontinents. „In der Schweiz agieren hunderte Startups, die die Zukunft gestalten“, informierte Britta Thiele-Klapproth die rund 100 Teilnehmer des Swiss Business Lunch. Thiele-Klapproth ist Leiterin des Swiss Business Hub Germany, der offiziellen Wirtschaftsförderung der Schweiz in Deutschland.
Weltweit führende Hochschulen, Anziehungskraft für Fachkräfte aus der ganzen Welt und eine sehr wirtschafts- und innovationsfreundliche Verwaltung von der Kommune bis zum Bundesrat werden den Schweizern bescheinigt – auch von den KI- und IT-Experten, die den Swiss Business Lunch als Forum für ihre neuen Geschäftsideen besucht haben.
Die Schweiz sieht sich bei KI führend in Europa
Man sei beim Thema KI auf Augenhöhe mit London, Israel, China und den USA - und in Europa führend. Kooperationen mit schweizerischen Unternehmen und Universitäten, eigene Projekte oder Labore sowie die Investition in einen Standort in der Schweiz seien meist lohnenswert. „Die Schweiz generiert Wettbewerbsvorteile und neue Märkte“, so Thiele-Klapproth, die jährlich Dutzende Unternehmen auf ihrem Weg in die Schweiz begleitet und vor Ort wertvolle Kontakte herstellt.
Neben technologischen Fragen und Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in der Praxis, etwa in der Industrie, in den Bereichen Verkehr, Transport und Logistik oder bei sozialen Dienstleistungen ging es beim Swiss Business Lunch auch um Fragen der Ethik.
„Wir müssen KI nicht fürchten. Technologischen Wandel hat es immer gegeben, schon seit Erfindung der Dampfmaschine. Immer haben einige Menschen befürchtet, nicht mehr gebraucht zu werden. Und immer wuchsen stattdessen die Lebensqualität und der Bedarf an Fachkräften. KI macht das Leben der Menschen besser, auch derer, die bislang wirtschaftlich oder regional eher Nachteile in Kauf nehmen mussten. Die meisten Ängste sind unbegründet“, so Andy Fitze, Pionier in Sachen Künstliche Intelligenz und Mitgründer der Firma SwissCognitive.
Natürlich müsse sich der Einzelne anpassen und neue Fähigkeiten erlernen. Aber auch das sei immer schon so gewesen. Fakt sei, dass sich der Mensch dank KI von lästigen Routinearbeiten befreien könne und sich stattdessen auf das konzentrieren wird, was ihn ausmacht: Kreativität, Potenzialentfaltung und Menschlichkeit. „Vom maschinellen Superhirn sind wir heute weit entfernt. Es ist nicht im Ansatz absehbar, dass wir irgendwann von selbstlernenden Maschinen gelenkt und bestimmt werden. Daran forscht auch niemand. Es ist schlicht nicht sinnvoll“, so der schweizerische Unternehmer.
KI wird den Alltag verändern, vereinfachen und optimieren
Vielmehr würden ständig neue KI-Lösungen entwickelt, die den Menschen dienten. Als Beispiele nannte Fitze die Diagnose von Krankheiten und deren Heilung, eine humanere Landwirtschaft oder Assistenzsysteme, die sich auch von behinderten Menschen bedienen lassen und diese mobiler machten. „Wir werden KI in allen industriellen und kaufmännischen Bereichen erleben“, ist sich Fitze sicher. Sie werde unser aller Alltag verändern, vereinfachen und optimieren – entsprechend der individuellen Wünsche des Einzelnen. Nur dann nämlich würde die Technologie akzeptiert und nur dann rechne sie sich auch. „Ohne Nachfrage kein Angebot. Wir sind es, die entscheiden, welche Lösungen kommen und welche nicht“, ist er überzeugt.
Stand: 08.12.2025
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Ähnlich sieht es Britta Thiele-Klapproth: „Die KI-Landschaft in der Schweiz entwickelt Lösungen für Menschen. Die Unternehmen und ihre Innovationen haben das Potenzial, die Welt positiv zu verändern.“ Humanität und Business, Marktpotenziale und Lebensqualität seien die Markenzeichen der Schweiz. Diese Kombination ziehe Unternehmen und Fachkräfte an und bilde die ökonomische und ethische Basis für den Erfolg des KI-Standortes Schweiz.
Übrigens: Deutsche Bahn schafft IT-Führungskräfte ab
Bei der Deutschen Bahn hat die "Dämmerung" der klassischen IT bereits begonnen. Wie das Online-Portal CEO by IDG berichtet, schafft man im IT-Bereich die klassischen Führungskräfte ab. Nach Aussagen von Bahn-CIO Christa Koenen seien die Herausforderungen der Digitalisierung mit hergebrachten hierarchischen Strukturen nicht zu meistern. Der Betrieb einer eigenen IT-Infrastruktur gehöre nicht mehr zu den Kernaufgaben. Auch das konzerneigene Rechenzentrum wurde verkauft, denn in Sachen Digitalisierung liegt der Fokus des Mobilitätsdienstleisters auf Cloud Computing. Bereits seit 2016 gibt es bei der Bahn eine Cloud-first-Strategie. Bis Juni 2020 sollen alle IT-Anwendungen in die Public Cloud migriert sein. Für die entstehende "DB Enterprise Cloud" setzt der Konzern auf die großen Cloud-Provider Amazon Web Services (AWS) und Microsoft mit Azure.