Digitale Geschäftsmodelle im Maschinenbau
Wenn die Mitarbeiter bei der Digitalisierung nicht mitziehen

Ein Gastbeitrag von Alexander Niemann* 6 min Lesedauer

Wollen Maschinenbauer digitale Geschäftsmodelle erschließen, stoßen sie häufig auf Widerstand im eigenen Unternehmen. Doch die Probleme sind lösbar: mit pragmatischer Kommunikation und externer Unterstützung können sie ihre Ideen umsetzen und attraktive Mehrumsätze erschließen.

Wenn Mitarbeiter nicht mitziehen, erreichen Digitalisierungsprojekte nicht die angestrebten Verbesserungen, werden teurer oder scheitern vollständig.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Wenn Mitarbeiter nicht mitziehen, erreichen Digitalisierungsprojekte nicht die angestrebten Verbesserungen, werden teurer oder scheitern vollständig.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Konkurrenz produziert gut und günstig, der deutsche Maschinenbau ist kein Exportweltmeister mehr. Viele Maschinenbauer nehmen die Veränderungen hin und sehen sich nicht zum Handeln veranlasst. Doch das ist ein Fehler. Denn immer mehr Betriebe werden bei einer passiven Haltung gezwungen sein, am Ende über den Preis zu verkaufen – und können damit langfristig nur verlieren. Deswegen müssen neue Ideen, neue Geschäftsmodelle her. Klar, die Lösung liegt im Digitalen: Mit einer Softwareplattform im Hintergrund können Maschinenbauer Daten über ihre Anlagen und ihre Kunden zusammenführen. Das erlaubt es, unkompliziert und professionell Services wie After Sales, Wartungen und Instandhaltung sofort im Paket mit der Maschine zu verkaufen und damit neue, langfristige Umsatzflüsse zu erschließen – Kundenbindung inklusive. Doch dabei tun sich schnell zwei Probleme auf: Die Mitarbeiter ziehen nicht mit und ihnen fehlt das Know-how. So können diese Hindernisse überwunden werden.

Die Mitarbeiter wollen das nicht

Menschen sind Gewohnheitstiere und Veränderungen gehen mit Skepsis oder sogar Angst einher – die meisten wünschen sich eine Arbeitsumgebung mit möglichst wenig Neuerungen. Diese Haltung wird teilweise offen kommuniziert, in der Regel aber hinter Scheinargumenten versteckt. So häufen sich dann Beschwerden etwa über ein neues Ticketsystem, auf das sich die Mitarbeiter noch gar nicht richtig eingelassen haben und es nicht korrekt benutzen. Für das Unternehmen entsteht in so einem Fall konkreter Schaden – und der Eindruck, Neuerungen würden von Mitarbeitern sabotiert. Das kann bewusst oder unbewusst geschehen. Das Ergebnis: Digitalisierungsprojekte erreichen nicht die angestrebten Verbesserungen, werden teurer oder scheitern vollständig.