DigitalisierungWelche Herausforderungen uns die Cloud-Einführung bringt
Von
Alina Hailer
4 min Lesedauer
Die „State-of-Cloud-Strategy“-Umfrage vom Unternehmen Hashi-Corp zeigt, dass die meisten Unternehmen bereits eine Multi-Cloud-Strategie entwickelt haben. Auch Herausforderungen und Hürden in Zusammenhang mit der Cloud-Einführung konnten mit der Umfrage identifiziert werden.
76 Prozent aller befragten Unternehmen in der „State-of-Cloud-Strategy“-Umfrage verfolgen bereits jetzt schon eine Multi-Cloud-Strategie.
Im kürzlich veröffentlichten „State-of-Cloud-Strategy“-Report von Hashi-Corp wurden weltweit mehr als 3.000 IT-Experten zum Stand der Cloud-Einführung, zu den Herausforderungen und Hürden, den Auswirkungen von Covid-19 auf die Cloud-Einführung sowie zu weiteren Themen befragt.
So steht es um die Cloud-Einführung
„Die Ära der Multi-Cloud ist da und wird durch die digitale Transformation, Kostenbedenken und den Wunsch der Unternehmen angetrieben, einen Vendor-Lock-In zu vermeiden“, so Armon Dadgar, Mitbegründer und CTO von Hashi-Corp. „Allerdings waren nicht alle Unternehmen in der Lage, Multi-Cloud zu operationalisieren. Dies ist auf einen Mangel an Fachkräften, inkonsistente Arbeitsabläufe in verschiedenen Cloud-Umgebungen und auf in Silos arbeitende Teams zurückzuführen.“
Die meisten Unternehmen haben bereits Multi-Clouds eingeführt
Die Umfrage ergab unter anderem, dass Multi-Cloud für IT-Organisationen jeder Größe, in allen Regionen und branchenübergreifend bereits der Standard ist. 76 Prozent der Befragten gaben laut Hashi-Corp an, dass ihre Organisation bereits eine Multi-Cloud-Strategie verfolgt. Die Ergebnisse zeigen auch, dass diese Zahl in zwei Jahren auf 86 Prozent ansteigen könnte.
53 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine Multi-Cloud-Strategie dazu beigetragen hat, die Geschäftsziele des Unternehmens zu erreichen, wobei große Unternehmen derzeit den größten Nutzen aus Multi-Cloud ziehen.
Die digitale Transformation (34 %) werde von den Befragten als wichtigster Treiber für die Einführung von Multi-Cloud-Lösungen genannt. An zweiter Stelle stehe die Vermeidung der Bindung an einen einzigen Anbieter – der sogenannte Vendor-Lock-In – (30 %), gefolgt von Kostensenkungen (28 %).
Von den drei großen öffentlichen Clouds wird AWS (Amazon-Web-Services) von den Befragten am meisten genutzt (88 %). Jedoch erwarten die Anwender, dass die Nutzung von AWS in den nächsten zwei Jahren auf dem gleichen Niveau bleibt. Was die aktuelle sowie geplante Nutzung betrifft, steht Microsoft Azure (74 %) an zweiter Stelle, während sich die Google Cloud an dritter Stelle positioniert (64 %).
Häufige Budgetüberschreitungen aufgrund von Cloud-Ausgaben
Die Umfrage zeigt laut Hashi-Corp außerdem: Cloud-Budgets variieren je nach Unternehmensgröße, Branche und geografischer Region. 40 Prozent der Befragten in den Unternehmen geben an, jährliche Cloud-Ausgaben von 100.000 bis 2 Millionen US-Dollar zu haben, während 27 Prozent der Unternehmen weniger als 100.000 US-Dollar pro Jahr ausgeben. 18 Prozent der Unternehmen geben zwischen 2 und 10 Millionen Dollar aus, 15 Prozent mehr als 10 Millionen Dollar.
Zudem gaben 39 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen die geplanten Cloud-Budgets überschritten hat. Am häufigsten geschah dies aufgrund von Prioritätsverschiebungen oder unerwarteter Anforderungen im Zusammenhang mit Covid-19.
Bei Investitionen von mehr als 10 Millionen US-Dollar zeichnet sich ein deutlicher Unterschied zwischen den einzelnen Branchen ab: Im Bereich Consumer-Goods und Retail planen 14,11 Prozent der Unternehmen mit Ausgaben von 10 Millionen US-Dollar und mehr, gefolgt von Entertainment und Media (13,64%), Financial Services (8,89%) und Healthcare (8,2%). 7,09 Prozent der Unternehmen aus dem Software- und Dienstleistungssektor rechnen mit einem solchen Budget, das Schlusslicht stellt der Öffentliche Bereich mit 5,6 Prozent dar.
Herausforderung Fachkräftemangel
Die Umfrage zeigt zum einen, dass die Cloud für die Erreichung von Geschäftszielen von entscheidender Bedeutung ist, zum anderen, dass es mehrere Bereiche gibt, die den Unternehmen Sorgen bereiten. Diese variieren je nach Region, Branche und Unternehmensgröße sowie je nach Komponenten des Technologie-Stacks.
Die Befragten gaben an, dass die größten Hindernisse für Multi-Cloud-Programme Kostenüberlegungen (51 %), Sicherheitsbedenken (47 %) und ein Mangel an firmeneigenem Know-how (41 %) sind.
Ebenso haben die Unternehmen Schwierigkeiten, Multi-Cloud zu operationalisieren. Zu den Hauptgründen gehören Fachkräftemangel (57 %) und Budgetbeschränkungen, die sich auf die Mitarbeiterzahl auswirken (27 %), inkonsistente Arbeitsabläufe in verschiedenen Cloud-Umgebungen (33 %), Organisationen und Teams, die in Silos arbeiten sowie schlechte Zusammenarbeit oder zu komplexe Prozesse (29 %).
Sicherheit als Treiber und Hürde für die Cloud-Adaption
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Cloud-Sicherheit sowohl eine treibende als auch eine hemmende Kraft in Bezug auf die Einführung von Multi-Cloud ist. Die Befragten stimmten darin überein, dass die wichtigsten Cloud-Sicherheitsprobleme der Schutz von Daten und Privatsphäre (40 %), Datendiebstahl (33 %) und die Einhaltung von Vorschriften (31 %) sind.
Stand: 08.12.2025
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Dabei führten Personal- und Fachkräftemangel (26 %) die Liste an. Es folgten unzureichende Tools sowie fehlende Echtzeit-Transparenz und -Einblicke (jeweils 12 %).
Cloud ist nicht allein eine Antwort auf die Covid-19 Pandemie
Es zeigten sich laut Hashi-Corp zudem einige überraschende Ergebnisse in Bezug auf die Auswirkungen von Covid-19 auf die Cloud-Einführung in Unternehmen. 46 Prozent der Befragten gaben an, dass die Pandemie die Cloud-Einführung nicht beschleunigt hat, während 54 Prozent der Befragten angaben, dass Covid-19 eine gewisse Auswirkung auf den Zeitplan ihrer Cloud-Einführung hatte.
19 Prozent der Befragten gaben an, dass die Pandemie einen geringen Einfluss hatte und die Bemühungen um sechs bis zwölf Monate beschleunigte. 26 Prozent sagten, dass sie einen moderaten Einfluss hatte und die Bemühungen um ein bis zwei Jahre beschleunigte. 9 Prozent der Unternehmen gaben an, dass die Pandemie ihre Bemühungen um mehr als zwei Jahre beschleunigt hat.
Die wichtigsten Infrastruktur-Initiativen, die infolge von Covid-19 beschleunigt wurden, waren Infrastructure as Code (49 %), Container-Orchestrierung (41 %), Compliance und Governance sowie die Automatisierung der Netzwerkinfrastruktur (jeweils 33 %). Bemerkenswert ist jedoch, dass Covid-19 die Nutzung von Open-Source-Software bei 39 % der Befragten erhöht hat.