Digitaler Zwilling
Vom Rohstoff bis zur Auslieferung: Digitaler Zwilling in der Fertigung und Produktion

Von Susanne Reinshagen 5 min Lesedauer

Die Implementierung eines Digital Twins ist tendenziell zwar aufwändig, wenn er komplexe Aufgaben übernehmen soll, doch bereits die Überwachung einer Simulation zahlt sich für Unternehmen deutlich aus. Daher sollte man den digitalen Zwilling lieber nicht zu stiefmütterlich behandeln.

Der Einsatz eines digitalen Zwillings in der Produktion kann sich je nach Ausgangslage durchaus auszahlen.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Der Einsatz eines digitalen Zwillings in der Produktion kann sich je nach Ausgangslage durchaus auszahlen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Automation unterstützt Unternehmen dabei, menschliches Versagen zu minimieren, Prozesse zu überwachen und die Sicherung der Qualität zu verbessern. Hersteller führen europaweit immer öfter neue Werkhallen mit teilweiser Automation in ihr Unternehmen ein und reduzieren so den Mitarbeiteraufwand, aber unter anderem auch den Rohstoffverbrauch und qualitative Ausschüsse. Ein Digitaler Zwilling kann sich in diese Systeme einreihen und sie noch sicherer machen.

Erste Schritte Digitaler Zwillinge in der Produktion

Seit 2017 testet das Fraunhofer Institut, wie sich ein digitaler Zwilling auf die Abläufe in IoT-Systemen auswirkt und welche Kommunikationsebenen er bedienen kann, um die Automation zu verbessern. Ausgangspunkt war die Ausstattung von Produktionsanlagen mit den notwendigen Sensoren und Schnittstellen, um die Anlage vollständig abzubilden. Heute liegt die Forschung längst auf dem Schwerpunkt KI. Das System soll nicht mehr nur smart sein und erkennen, in welchem Produktionsschritt Handeln erforderlich ist. Ein digitaler Zwilling soll zugleich über eine Simulation zukünftige Schritte vorhersehen können. Diese Entwicklung in der Produktion und Fertigung von Elektronik, medizinischer Technik, Fahrzeugen und vielem mehr, hat bereits heute für sicher und besser produzierte Produkte gesorgt, die aus dem Alltag nicht wegzudenken sind. PKW denken heute für ihren Halter mit, verhindern Unfälle und minimieren Kosten durch Auffahrunfälle beim Einparken und Abbremsen. Diese Art der Automation wird durch eine ähnliche KI möglich, wie sie auch während der Produktion erkennt, wenn eine Schraube nicht festgezurrt wurde oder eine Dichtung nicht schliesst. In grundlegenden Zügen ist auch ein digitaler Zwilling bereits Bestandteil der IoT-Systeme in Firmen, beispielsweise in der Sicherheit.