Total Cost of Ownership
Versteckte Kosten aufdecken und senken

Von Henrike Wonneberger* 5 min Lesedauer

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Was sind die tatsächlichen Kosten eines Teils? Diese Frage ist für Unternehmen gar nicht so leicht zu beantworten. Oft werden vor allem Produktionskosten betrachtet, weshalb neue Technologien wie die additive Fertigung häufig als teuer angesehen werden. Oft vergessen werden jedoch dabei auch indirekte Kosten.

Ein digitales Inventar beseitigt die Kosten und Risiken der Lagerung. Die Teile sind verfügbar, wann immer sie benötigt werden, und können auf Abruf produziert werden.(Bild:  Replique)
Ein digitales Inventar beseitigt die Kosten und Risiken der Lagerung. Die Teile sind verfügbar, wann immer sie benötigt werden, und können auf Abruf produziert werden.
(Bild: Replique)

Die Produktionskosten sind nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten. Versteckte Mehrkosten lauern wie der unsichtbare Teil eines Eisbergs unter der Oberfläche und sind schwerer zu bewerten. Dazu gehören Messgrößen wie Qualität, Zuverlässigkeit und Flexibilität. Um die tatsächlichen Kosten eines Teils zu verstehen, müssen die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership = TCO), und damit auch der „unsichtbare Teil des Eisbergs“, aufgedeckt werden. Die TCO beschreiben alle direkten und indirekten Kosten während der gesamten Lebensdauer eines Teils - von der Konstruktion, dem Einkauf, der Produktion, der Logistik, der Lagerung und schließlich auch der Entsorgung. Die TCO-Betrachtung macht die Definition der Kosten so zwar komplexer, aber ist gleichzeitig auch die genaueste Rechnung für den Vergleich bestimmter Produktionstechnologien wie beispielsweise Spritzguss und 3D-Druck.

Das Design-Desaster: Wie Fehler sich auf die Kostenstruktur auswirken

Die Zehnerregel der Fehlerkosten besagt folgendes: Für jede Stufe in der Wertschöpfung, in der ein Konstruktionsfehler nicht erkannt wird, werden die Kosten für die Suche und Behebung zehnmal höher. Daher ist es äußerst wichtig, dass das Design direkt im ersten Schritt richtig ist. Wenn beim Spritzgießen beispielsweise ein Konstruktionsfehler auftritt, muss die erstellte Form geändert werden und bereits produzierte, gelagerte Teile müssen verschrottet werden. Dementsprechend muss die Produktion von vorne beginnen. Dies ist sicherlich nicht der effizienteste und nachhaltigste Prozess.