Distributed-Ledger-Technologie
Verspielt der Mittelstand bei der Blockchain den First-Mover-Advantage?

Ein Gastbeitrag von Heinrich Zetlmayer 5 min Lesedauer

Neue Finanztechnologien auf Basis der Blockchain schießen wie Pilze aus dem Boden, doch konkrete Anwendungsfälle in Industrie oder Handel scheinen zu fehlen. Es drängt sich das Gefühl auf, dass Deutschlands mittelständischer Wirtschaftsmotor wieder einmal Gefahr läuft, jeglichen First-Mover-Advantage zu verspielen.

Die Zurückhaltung deutscher Mittelständler beim Einsatz von Blockchain könnte teuer werden.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Die Zurückhaltung deutscher Mittelständler beim Einsatz von Blockchain könnte teuer werden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Trotz großem Potenzials stoßen die Themen Distributed-Ledger-Technologie (kurz: DLT) und Blockchain im Mittelstand eher auf Widerstand. Statt von der neuen Technologie zu profitieren besteht dadurch das Risiko, dass die Kosten der Aufholjagd auf die Bilanz der Unternehmen drückt, damit diese in der letzten Minute nicht den Anschluss verlieren. Hat der Mittelstand aus den bisherigen Fehlern bei der Digitalisierung nichts gelernt? Warum werden die DLT und damit die Blockchain so stiefmütterlich behandelt? Gibt es Gründe, die für die Ablehnung der neuen Technologie sprechen? Und können diese durch Vorteile der Technologie entkräftet werden und welche nachahmenswerten Anwendungsbeispiele gibt es überhaupt?

Ein Grund für die Ablehnung lässt sich das vor allem durch den allgemeinen Rückstand vieler mittelständischer Betriebe bei der Digitalisierung erklären. Was vor der Coronapandemie bislang wenig auffiel, ist nun in den Fokus gerückt. Gerade das Thema Cybersecurity erschien durch die Pandemie erstmalig auf dem Radar vieler Unternehmen und verdrängt vieles andere von der Agenda. Nicht wenige sind damit beschäftigt, zunächst einmal die bestehenden Rückstände schnellstmöglich aufzuholen. Doch der Blick über den Tellerrand für die entscheidenden Trends von morgen sollte dabei nicht verloren gehen.