Mass Customization
So gelingt Losgröße 1 in der Serienfertigung

Von Markus Diesner 5 min Lesedauer

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Was zunächst unrealistisch klingt, ist dank moderner Fertigungsprozesse und neuer Technologien doch möglich: Ein personalisiertes Produkt kann zum Preis der Serienfertigung hergestellt werden. Welche Herausforderungen stellt das an den Herstellungsprozess und die Fertigungs-IT?

Die Automobilherstellung ist ein klassisches Beispiel für die variantenreiche Serienfertigung. (Bild:  jeson - stock.adobe.com)
Die Automobilherstellung ist ein klassisches Beispiel für die variantenreiche Serienfertigung.
(Bild: jeson - stock.adobe.com)

Der Begriff „Mass Customization” ist lange nicht so bekannt, wie das Prinzip dahinter. Ein Beispiel: Jeder, der sich einen Neuwagen bestellt, wählt aus einer großen Vielfalt möglicher Ausprägungen eines Serienprodukts aus: Farbe, Motorisierung, Sitzbezüge, Felgen, Sonderausstattung und vieles mehr. Trotzdem laufen alle Fahrzeuge eines Typs auf der gleichen Fertigungslinie. Bei manchen Herstellern sind es sogar unterschiedliche Fahrzeuge. Doch wie ist das möglich?

Variantenreiche Serienfertigung

Jedes Auto besteht aus einer großen Menge an Standardkomponenten, die zu einem individuellen Fahrzeug zusammengesetzt werden, zum Beispiel Chassis, Motor, Getriebe, Bremsen, Räder, Sitze und Lenkrad. Das passiert in der Montagelinie. Die einzelnen Komponenten werden entweder in großer Stückzahl vorgefertigt und angeliefert oder ebenfalls in einer variantenreichen Linienfertigung hergestellt und direkt an die Linie des Automobilherstellers geliefert. Letzteres nennt man auch Just-in-Time und Just-in-Sequence, da die Teile auch in einer vom Assemblierer exakt vorgegebenen Reihenfolge angeliefert werden müssen. Die Zusammenstellung der Optionen im Fahrzeugkonfigurator geben vor, welche Komponenten bei diesem speziellen Auto kombiniert werden. Anhand der Seriennummer ist jedes Fahrzeug eindeutig zu erkennen. Somit steht bereits zu Beginn der Produktion fest, welches Fahrzeug ein bestimmter Kunde bekommt. Immer, wenn dieses Fahrzeug an eine Arbeitsstation kommt, wird die Konfiguration des Kunden aufgerufen. Das System prüft dann, welcher Arbeitsschritt ansteht und welches Material dafür zu verwenden ist. Das klingt einfach, ist für die Fertigungs-IT allerdings eine enorm komplexe Aufgabe.