Nur nicht blauäugig sein! Die Nachfrage nach Computerchips boomt! Doch Siltronic jubelt nicht!

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Aus München kommt vom Chiphersteller Siltronic die Meldung, dass man trotz einer gestiegenen Nachfrage nicht glauben sollte, dass alles unter rosarotem Himmel passiert ...

Siltronic aus München verarbeitet Siliziumwafer (Bild) zu Computerchips. Hier gibt das Unternehmen angesichts der hohen Nachfrage einen Einblick in seine Lage und eine kleine Prognose für das vor uns liegende Jahr ...(Bild:  Siltronic)
Siltronic aus München verarbeitet Siliziumwafer (Bild) zu Computerchips. Hier gibt das Unternehmen angesichts der hohen Nachfrage einen Einblick in seine Lage und eine kleine Prognose für das vor uns liegende Jahr ...
(Bild: Siltronic)

Siltronic, Hersteller von Halbleiter-Wafern aus München, rechnet nach einem tristen Jahr 2025 mit einem weiter schwierigen Geschäftsumfeld. So sorge zwar der KI-Boom und die damit hohe Nachfrage nach schnellen Prozessoren sowie Speicherchips mit hoher Bandbreite (HBM) für eine rege Nachfrage nach größeren Siliziumscheiben, aus denen dann Computer-Chips hergestellt werden. Doch man dürfe auch nicht vergessen, dass schon länger eine eher träge Nachfrage aus der breiten Industrie, der Autobranche sowie seitens Smartphone-Herstellern zu spüren sei. In diesen schwächelnden Bereichen sitzen aber viele Kunden von Siltronic sowie deren Kunden immer noch auf teils hohen Lagerbeständen, die sie erst einmal weiter abbauen müssen, bevor Neubestellungen zu erwarten sind.

Siltronic glaubt an eher unwägbares 2026

Alles in allem wird 2026 von Preisdruck außerhalb von Langfristverträgen sowie von negativen Wechselkurseffekten geprägt sein, so die Prognose von Siltronic. Denn während die Endmärkte im 300-Millimeter-Bereich für die Siliziumscheiben wachsen, steht der 200-Millimeter-Bereich auch in diesem Jahr wegen weiterhin erhöhter Lagerbestände noch unter Druck. Auch verwies das Unternehmen auf Lieferverschiebungen von Anfang 2026 ins Schlussquartal 2025 sowie auf die Schließung der Fertigung für bestimmte kleinere Wafer in Burghausen im vergangenen Jahr, deren Umsätze 2026 nun entsprechend wegfallen. Vor diesem Hintergrund traut sich die Beteiligung von Wacker Chemie noch keine detaillierte Prognose für das neue Jahr zu. Anleger müssten sich wohl bis zur Vorlage der endgültigen Jahreszahlen am 12. März gedulden. Für Kenner der Branche ist diese vorsichtige Ansage keine Überraschung, weil Siltronic immer gesagt hat, dass das Umfeld schwierig bleibt.

Siltronic konnte seine 2025-Ziele erreichen

Immerhin: 2025 lief es derweil am Ende besser als von Analysten im Durchschnitt befürchtet wurde, was aber auch an den Lieferschiebungen ins Schlussquartal 2025 hinein liegen könnte. Der Umsatz des Chipzulieferers sank im Gesamtjahr im Vergleich zu 2024 um 4,7 Prozent (auf 1,35 Milliarden Euro). Davon blieben 23,5 Prozent als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hängen. Konkret sind das 317 Millionen Euro und damit markert das Geschehen dennoch einen Rückgang um rund 13 Prozent. Damit erreichte das Unternehmen aber die eigenen Ziele, was auch an Kostensenkungen lag. Vor allem der KI-Boom wirkte wohl unterstützend, während Preiseffekte und Produktmix das Umfeld weiterhin belasteten. Ohne Schließung der SD-Linie in Burghausen und Wechselkurseffekte hätten der Umsatz operativ auf Vorjahresniveau gelegen.

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