Sicherheitslücken
3D-Drucker als Sicherheitsrisiko

Ein Gastbeitrag von Thomas Boele* 5 min Lesedauer

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Der 3D-Druck boomt. Trotz dieser positiven Entwicklung haben Sicherheitslücken bei Anycubic-Druckern Anfang des Jahres erhebliche Schwachstellen aufgezeigt. Ungeschützte Geräte sind potenzielle Einfallstore für Cyberangriffe und erfordern proaktive Sicherheitsmaßnahmen.

Ein aktueller Fall unterstreicht die Dringlichkeit von Maßnahmen, um das Risiko von Cyberangriffen auf 3D-Drucker zu minimieren und so Netzwerke und sensible Daten zu schützen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Ein aktueller Fall unterstreicht die Dringlichkeit von Maßnahmen, um das Risiko von Cyberangriffen auf 3D-Drucker zu minimieren und so Netzwerke und sensible Daten zu schützen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Erfolgsgeschichte des 3D-Drucks ist ungebrochen. Eine Zahl, die diese Aussage unterstützt, ist die Anzahl der Patente, die seit 2001 angemeldet wurden: mehr als 50.000. Mehr als 32 Prozent davon entfallen auf Europa, wie das Europäische Patentamt in einer Studie 2023 vermeldete. Die Zukunftsaussichten für die Branche sind also rosig, wie nicht zuletzt Studien wie die von Research&Markets prognostizieren. So soll beispielsweise die 3D-Metallindustrie bis 2028 voraussichtlich einen Umsatz von mehr als 2 Milliarden Dollar weltweit erreichen.

Anfang des Jahres trübten allerdings potenzielle Sicherheitslücken bei 3D-Druckern des Unternehmens Anycubic die Euphorie. Informationen des Herstellers bestätigten, dass mehrere 100 Geräte betroffen waren. Darüber hinaus wurde auf insgesamt 2.000 Druckern die Text-Datei hacked_machine_readme.gcode nachgewiesen. Zunächst kamen die Warnungen nicht vom Hersteller selbst, sondern von unbekannten Quellen, die auf mögliche Angriffe auf die Geräte hinwiesen. Die Datei ließ sich glücklicherweise einfach löschen, ohne dass ein Schaden am Gerät entsteht. Zwar bestand keine unmittelbare Gefahr, denn vielfach dürften sich die Geräte eher in einem privaten Netzwerk befunden haben. Allerdings hätten die Drucker zu einem Einfallstor werden können, denn durch die hohe Anzahl von Homeoffice- und mobilen Mitarbeitern kann aus einer Bedrohung für das Heim- schnell eine Gefahr für das Unternehmensnetzwerk werden. Glück im Unglück für die Benutzer war, dass es sich um einen freundlichen Hacker handelte, der lediglich auf die Schwachstelle aufmerksam machen wollte, jedoch keine cyberkriminellen Absichten verfolgte.