Expertenbeitrag

Dr. André Schmiljun

Dr. André Schmiljun

Mitarbeiter Presse & Öffentlichkeitsarbeit, Gestalt Robotics GmbH

Roboter in der Gesellschaft
Sexistische KI und stereotype Roboter – Gesellschaftsprobleme und Roboterdesign

Von Dr. André Schmiljun & Janina Samuel* 3 min Lesedauer

Auf der Kinoleinwand oder in der Industrie dominieren männliche Roboter. Assistenzsysteme sind wiederum weiblich und heißen Alexa, Siri oder Cortana. Warum gendern wir Roboter ausgerechnet so? Ist es nicht längst Zeit für eine Genderrevolution in der Robotik?

Während Roboter im Film zumeist vermeintlich männliche Attribute aufweisen, klingen Sprachassistenzsysteme oft weiblich.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Während Roboter im Film zumeist vermeintlich männliche Attribute aufweisen, klingen Sprachassistenzsysteme oft weiblich.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Roboter sind künstliche Akteure in unserer Mitte, die wir nach unserem Gesellschaftsverständnis erschaffen. Manchmal führt das dazu, dass wir auch unsere gesellschaftlichen Probleme auf sie übertragen. Je autonomer wir unsere sozialkompetenten Roboter machen wollen, desto mehr werden diese Maschinen auf Künstliche Intelligenz zurückgreifen müssen.

Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) gibt es große Fortschritte, aber ebenso große Probleme: wir füttern KI mit unserem eingeschränkten Wissen und Daten, die nicht immer fair oder für alle potentiellen menschlichen Interaktionspartner passend sind – nehmen wir zum Beispiel Werbealgorithmen, die MINT-Berufe vorzugsweise Männern vorschlagen weil Männer statistisch mehr MINT-Berufe ausüben, oder Gesichtserkennungs-KI von kaukasischen Entwicklern, die für asiatische Nutzer nicht richtig funktioniert und Fehlermeldungen anzeigt, laut denen sie „blinzeln“.